Brasilien verweigert IAEO Atom-Inspektionen

6. April 2004, 09:46
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Geplante Anlage zur Urananreicherung sorgt für Diskussionen

Washington - Die brasilianische Regierung hat Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEO) einem Pressebericht zufolge den Zugang zu einer im Bau befindlichen Atomanlage verweigert. Zwischen Brasilien und der IAEO gebe es Meinungsverschiedenheiten über die geplante Anlage zur Urananreicherung nahe Rio de Janeiro, berichtete die US-Zeitung "Washington Post" am Sonntag unter Berufung auf brasilianische Diplomaten in Wien.

Informationsschutz

Die brasilianische Regierung behaupte, in der Anlage in Resende solle schwach angereichertes Uran zum Gebrauch in Kraftwerken entstehen, nicht jedoch hoch angereichertes waffenfähiges Material. Dennoch werde den IAEO-Inspektoren der Zugang unter Hinweis auf Bestimmungen zum Informationsschutz verweigert.

Der Zeitung zufolge weckt das brasilianische Verhalten Befürchtungen über ein neues nukleares Wettrüsten, das durch den unauffälligen Erwerb atomarer Technologien unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Nutzung gekennzeichnet sei. Experten befürchteten, falls die USA und die Vereinten Nationen nicht zumindest auf Inspektionen in Brasilien bestünden, könne dies die Glaubwürdigkeit des Vorgehens gegen Risikostaaten wie den Iran und Nordkorea beeinträchtigen. (APA)

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