Umfrage: Nur 6,6 Prozent für UNO-Plan

8. April 2004, 12:16
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Schlechte Aussichten für Zypernlösung

Nikosia - Weniger als drei Wochen vor den Volksabstimmungen über den UNO-Plan zur Lösung der Zypernfrage sind die Aussichten für die Überwindung der Teilung der Mittelmeerinsel schlecht. 84,7 Prozent der griechischen Zyprioten würden Nein stimmen, sollte die Volksabstimmung jetzt stattfinden. Nur 6,6 Prozent würden sich für den UNO-Plan aussprechen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungs-Unternehmens VPRC unter 601 Personen im griechisch-zypriotischen Süden der Insel, das die Athener Zeitung "Eleftherotypia" am Sonntag veröffentlichte.

Getrennte Volksabstimmungen

Nach dem UNO-Fahrplan werden am 24. April die beiden Volksgruppen der Mittelmeerinsel, die griechischen und die türkischen Zyprioten, in getrennten Volksabstimmungen über den Plan von UNO-Generalsekretär Kofi Annan zur Lösung des seit mehr als 30 Jahren andauernden Konfliktes befinden. Wenn beide Volksgruppen dem UNO-Plan zustimmen, wird Zypern wiedereinigt am 1. Mai 2004 der EU beitreten.

Der UNO-Plan sieht die Bildung eines föderativen Staates nach dem Muster der Schweiz auf Zypern vor, der aus zwei Teilstaaten bestehen soll. Wenn auch nur eine der beiden Volksgruppen den UNO-Plan ablehnt, wird das EU-Regelwerk nur im griechisch-zyprischen Süden gelten. Außerdem wäre dann die Türkei, die seit 1974 im türkischen Nordteil der Insel 40.000 Soldaten stationiert und 110.000 Festlandtürken angesiedelt hat, Besatzungsmacht in einem EU-Mitgliedsland. (APA/dpa)

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