Pakistan: Fünf Polizisten getötet

5. April 2004, 18:41
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Angriff auf Polizeistation in Karachi

Karachi - Mindestens zehn Unbekannte haben am Sonntag eine Polizeistation in Pakistan gestürmt und fünf Polizisten erschossen. Der Vorfall ereignete sich in der Hafenstadt Karachi, wo es in jüngster Zeit wiederholt zu religiös motivierter Gewalt gekommen ist. Die Männer hätten die Beamten vor ihrem Tod gezwungen, Koranverse aufzusagen, teilte die Polizei mit, ohne einen konkreten Verdacht auf mögliche Täter zu äußern. Die Angreifer seien anschließend in Autos entkommen und hätten dabei einen verletzten oder toten Kameraden mitgenommen.

Hintergrund unklar

"Das ist ein terroristischer Akt", sagte der Polizeichef von Karachi, Tariq Jameel. "Die Polizei gehen gegen Terroristen vor, und dies könnte eine Reaktion auf den Einsatz sein." Ein Polizeisprecher sagte, eine Beteiligung von militanten Gruppen könne nicht ausgeschlossen werden. Die Männer fuhren am frühen Morgen mit Autos vor und eröffneten das Feuer aus automatischen Waffen. Der einzige überlebende und verletzte Polizist sagte, er habe das Feuer erwidert und mindestens einen Angreifer getroffen. Die Angreifer seien rasiert gewesen und hätten einigen Kollegen aus nächster Nähe in den Kopf geschossen.

Religiöse Extremisten tragen häufig Bärte. Die Polizeistation liegt in einer bürgerlichen Wohngegend Karachis, der größten Stadt des Landes, nahe dem internationalen Flughafen. Seit Pakistan im vergangenen Monat im Grenzgebiet zu Afghanistan eine Offensive gegen Moslem-Extremisten gestartet hat, ist die Sicherheitslage stark angespannt.

Zahlreiche Anschläge

Vor drei Wochen haben Sicherheitskräfte in Karachi einen Bombenanschlag vor dem US-Konsulat verhindert. In den vergangenen Jahren gab es in der Stadt immer wieder Attentate. Einige sind moslemischen Extremisten angelastet worden, die gegen die Unterstützung der pakistanischen Regierung für den Anti-Terror-Kampf der USA sind.

In der Vergangenheit nahm die Polizei in der pakistanischen Hafenstadt mehrere Anhänger des Terrorornetzwerks El Kaida fest. Moslemische Extremisten üben scharfe Kritik an Präsident Pervez Musharraf, der sich im Anti-Terror-Kampf an die Seite der USA gestellt hat. Im Dezember wurden zwei Anschläge auf Musharraf verübt, denen er unverletzt entging. (APA/Reuters/dpa)

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