Gesunde Männersorge

4. April 2004, 10:00
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Melange: Männerabteilung widmet sich fast ideologiefreiem Thema Männergesundheit

Lange nichts mehr von der Männerabteilung gehört. Ausgerechnet am Frauentag 2001 von Frauenminister Herbert Haupt gegründet, ausgerechnet als Abteilung VI/6, war die Abteilung Anlass für Machowitze auf der einen und feministischen Ärger auf der anderen Seite.

Umsonst bemüht

Der Hüter der Männersorgen, Johannes Berchtold, mühte sich, seine Abteilung als "Grundsatzabteilung" zu positionieren - und gleichzeitig gegen Männerdiskriminierung zu arbeiten. Pech bloß, dass gleich eine der ersten Großaktivitäten danebenging: Berchtold war, allen Statistiken zum Trotz, überzeugt, dass Männer bei Scheidungen total benachteiligt sind, und ließ die "neue Risikogruppe männliche Scheidungsopfer" erforschen. Ideologie und Wissenschaft waren schwer unter einen Hut zu bringen - die Studie ergab, dass Männer nicht benachteiligt sind.

Fast ideologiefreie

Nun hat sich die Männerabteilung an einem fast ideologiefreien und risikolosen Thema versucht und den Gesundheitszustand der Männer erhoben. So stolz war die FPÖ auf das Lebenszeichen der Männerabteilung, dass sich gleich drei StaatssekretärInnen - Ursula Haubner, Reinhart Waneck und Karl Schweitzer - zur Präsentation des Männergesundheitsberichts begaben. Und dort aus den Ergebnissen berichteten: Österreichs Männer fühlen sich gesünder als Frauen, gehen seltener zum Arzt/zur Ärztin - sterben im Schnitt aber um 5,7 Jahre früher. Außerdem ist die Mehrheit der Todesopfer in Straßenverkehr und Beruf männlich. Die Konsequenz: Die drei Staatssekretäre wollen Männer öfter zur Gesundenuntersuchung bringen - und mehr Geld für Männergesundheitsforschung. (eli/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3./4.4. 2004)

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