Mexiko: Erhebliche Versäumnisse bei Frauenmord-­Ermittlungen

4. April 2004, 10:00
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UNO-Bericht kritisiert Behörden und fordert Autonomie der ErmittlerInnen

New York/Mexiko-Stadt - Die Vereinten Nationen kritisieren erhebliche Versäumnisse der mexikanischen Justizbehörden bei der Aufklärung einer seit Jahren andauernden Mordserie an jungen Frauen im Norden des Landes. In einem vertraulichen Bericht bescheinigen die UN-Beobachter den Behörden im Großraum der Stadt Ciudad Juarez erhebliche Unregelmäßigkeiten bei den Ermittlungen sowie Unfähigkeit bei der Aufklärung der Mordfälle.

UNO fordert vollständige Autonomie der ErmittlerInnen

Nach Angaben der Menchenrechtsorganisation Amnesty International wurden seit 1993 in der Region mehr als 400 Frauen getötet; viele von ihnen wurden demnach vergewaltigt und gefoltert. Bei den zuständigen Justizbehörden ist nach Angaben der UNO dagegen nur von 44 Todesfällen die Rede. In dem Bericht fordert die UNO die örtlichen Behörden und die mexikanische Regierung auf, für die "vollständige Autonomie und Unabhängigkeit der Justiz bei den Ermittlungen" zu sorgen und mit den USA zusammenzuarbeiten. Der Bericht wurde nach einer UNO-Mission im Oktober vergangenen Jahres in der Region erstellt.

Ein Sprecher der mexikanischen Präsidentschaft sagte, seit die Regierung vor einem halben Jahr 500 Bundespolizisten in das Gebiet um Ciudad Juarez entsandte, habe sich die Lage erheblich gebessert. Die Regierung hatte im Jänner nach anhaltender Kritik von Menschenrechtsorganisationen zudem einen Sonderstaatsanwalt für Ciudad Juarez ernannt. (APA)

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