Powell rechnet nicht mit Verbleib spanischer Truppen

4. April 2004, 21:57
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US-Außenminister ortet bei UNO kein Interesse für Truppenpräsenz von Blauhelmen im Irak

Washington - US-Außenminister Colin Powell rechnet auch im Falle einer neuen UN-Resolution zum Irak nicht mit einem Verbleib spanischer Truppen in dem Land. "Ich bezweifle, dass die nächste Resolution so weit geht", sagte Powell am Freitag auf seinem Rückflug von Brüssel nach Washington auf die Frage von Journalisten, ob die UNO die Verantwortung über Militäreinsätze im Irak übernehmen werde. Der UN-Sicherheitsrat habe noch keine entsprechende Anfrage gestellt, und UN-Generalsekretär Kofi Annan habe keinerlei Interesse daran bekundet. Spanien sei ein souveräner Staat und könne seine eigenen Entscheidungen treffen, fügte Powell hinzu.

Der künftige spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodríguez Zapatero hatte nach seinem Wahlsieg am 14. März einen Abzug der spanischen Truppen aus dem Irak versprochen, sollten die Vereinten Nationen nicht bis zur Machtübergabe an eine irakische Regierung zum 1. Juli die Verantwortung übernehmen. Aus Angst, weitere Staaten könnten der spanischen Entscheidung folgen, hatte Washington am Donnerstag angekündigt, sich um eine neue UN-Resolution zu bemühen, die vor am 1. Juli verabschiedet werden soll. Die abgewählte konservative Regierung in Madrid war ein enger Verbündeter der USA im Irakkrieg. 1.300 spanische Soldaten sind in Irak stationiert. (APA/AFP)

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