US-Ermittler angeblich Falluja-Tätern auf der Spur

4. April 2004, 21:57
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Bush: "Wir lassen uns nicht einschüchtern" - Drei der vier Opfer waren Ex-Soldaten

Washington - Ermittler sind einem Bericht des Fernsehsenders ABC zufolge den Attentätern von Falluja auf der Spur. Unter Berufung auf geheimdienstliche Informationen berichtete der US-Sender am Freitag, es seien Angehörige der früheren paramilitärischen Einheiten unter den Personen, nach denen gefahndet werde, aber auch "nicht-irakische Araber". US-Präsident George W. Bush bekräftigte, auch nach den Morden an vier amerikanischen Sicherheitskräften in Falluja werde die Regierung ihren Kurs im Irak beibehalten.

Zwischen sieben und 18 Täter

Augenzeugen hätten berichtet, an dem Überfall auf die Geländewagen mit den vier Amerikanern am Mittwoch seien zwischen sieben und 18 Personen beteiligt gewesen. Aufständische hätten an diesem Tag an mehreren Stellen Hinterhalte errichtet und sie mit Benzin bestückt. Einige Bürger seien deshalb gewarnt worden, besser zu Hause zu bleiben, berichtete ABC. Die vier Amerikaner, offenbar ehemalige Soldaten und jetzt für einen Wachdienst im Einsatz, seien offenbar zufällig in einen der Hinterhalte geraten. Die vier hatten einen Gütertransport bewachen sollen.

An einem Kreisverkehr wurde die Wagenkolonne dann von einem quer gestellten Fahrzeug aufgehalten. Die Fahrzeuge wurden dann von den Angreifern mit automatischen Waffen und Granaten beschossen. Fernsehbilder zeigten später, wie jubelnde Iraker die verbrannten Leichen durch die Straße zerrten und schändeten.

"Wir lassen uns nicht einschüchtern"

"Sie versuchen unseren Willen zu brechen", sagte Bush am Freitag, ohne den Überfall auf die vier Amerikaner vom Mittwoch und die Verstümmelung der Leichen direkt zu erwähnen. "Aber sie verstehen dieses Land nicht. Wir werden uns niemals einschüchtern lassen." Fernsehbilder von dem Exzess in der Stadt hatten weltweit Erinnerungen an die Misshandlung amerikanischer Soldaten beim Einsatz in Somalia 1993 geweckt. Die USA hatten sich danach aus Somalia zurückgezogen.

"Dieses Land wird auf Kurs bleiben", betonte Bush. Erfolg oder Misserfolg beim Bemühen der US-Besatzung, Frieden und Normalität in einem demokratisierten Nachkriegs-Irak herzustellen, gehört zu den heißen Wahlkampf-Themen im Wahljahr 2004 in den USA. "Ein freier Irak wird die Welt friedlicher machen", sagte Bush.

Sunnitischer Prediger verurteilt Leichenschändung

In einer Predigt verurteilte ein sunnitischer Geistlicher die Schändung der Leichen, ohne die Morde selbst zu verurteilen. "Der Islam verbietet so etwas", sagte Scheich Hamid Saleh beim Freitagsgebet. Er sprach von einem "schweren Fehler", der der Reputation des Islam schaden könne.

Drei der vier Opfer waren Ex-Soldaten

Drei der vier in der irakischen Widerstandshochburg Falluja getöteten US-Bürger waren früher Soldaten. Wie US-Zeitungen am Freitag berichteten, gehörte einer von ihnen einer Eliteeinheit an, ein zweiter war Überersetzer bei der Armee und der dritte war für seinen Einsatz in Afghanistan ausgezeichnet worden. Die drei Männer im Alter von 32 bis 38 Jahren sowie ein vierter US-Bürger waren Angestellte der Firma Blackwater Security Consulting, die in Irak die Lebensmittelkonvois sichern, Sprengsätze entschärfen und Leibwächter zum Schutz von US-Zivilverwalter Paul Bremer abstellen soll. (APA/Reuters)

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