Fingerprints von allen US-Besuchern fix

4. April 2004, 10:55
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Auch Touristen und Geschäftsreisende aus Österreich sowie weiteren 26 Staaten werden biometrisch erfasst

Washington - Die USA werden ab Herbst von allen österreichischen Besuchern bei der Einreise Fingerabdrücke nehmen und sie fotografieren. Das bestehende Programm zur Identitätsfeststellung "US-VISIT", das seit Jahresanfang für Einreisende aus Österreich mit Visum (Arbeitsvisum, Journalistenvisum, etc.) gilt, wird mit Wirkung vom 30. September auf alle Einreisenden ausgedehnt.

Das heißt dass österreichische Touristen und Geschäftsreisende zwar weiterhin für eine Frist von bis zu 90 Tagen ohne Visum in die USA einreisen können, dort jedoch am Flughafen biometrisch erfasst werden. Die Fingerabdrücke beider Zeigefinger werden eingescannt, der Grenzbeamte macht ein Porträtfoto.

Die neue Regelung erfasst alle 27 Länder des "Visa-Waiver"-Programms, also neben Österreich auch etwa Deutschland, Italien, die Schweiz und Australien. Im Gegenzug ist die US-Regierung an den Kongress herangetreten, die für 26. Oktober vorgesehene Deadline für die Visa-Waiver-Staaten in neue Pässe biometrische Merkmale aufzunehmen, um zwei Jahre zu verschieben, erläuterte der Staatssekretär im Heimatsschutzministerium, Asa Hutchinson, am Freitag vor ausländischen Journalisten in Washington.

Europäische "Gegenmaßnahmen"

Angesprochen auf mögliche entsprechende Gegenmaßnahmen, die von den betroffenen Staaten nun für amerikanische Einreisende eingeführt werden könnten, sagte Hutchinson, die USA begrüßten generell die Verbesserung der Sicherheit, auch durch Einführung biometrischer Identifizierung. Derzeit müssen Besucher aus den USA bei der Einreise in Österreich keine Fingerabdrücke abgeben und werden nicht fotografiert. Die Entscheidung zur Ausweitung des VISIT-Programms auf alle Einreisenden sei nach intensiver Diskussion mit den betreffenden Staaten aber nicht immer im Einvernehmen mit ihnen getroffen worden, erläuterte Hutchinson.

Die biometrischen Daten werden von den USA gespeichert und mit Datenbanken über Kriminelle und Terroristen abgeglichen. Bei einer möglichen weiteren Einreise des Reisenden müssen die neün Fingerabdrücke den alten entsprechen. Die Fehlerquote des Systems liege bei "weniger als einem Zehntel Prozent", betonte der Staatssekretär. Ab Herbst werden dann alle in die USA Einreisenden aus allen Staaten der Welt biometrisch erfasst, entweder an der Grenze oder bereits im Visaausstellungsprozess. Ausgenommen sind lediglich Kanadier, Mexikaner mit Erlaubnis zum Grenzübertritt und Diplomaten. (APA)

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    Ab September werden von allen US-Besuchern Fingerprints bei der Einreise genommen

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