Nachlese: Dialyse schon bald im Container

15. April 2004, 19:22
posten

Damit am Wilhelminenspital die Blutwäsche nicht in Nachtschichten durchgeführt werden muss, wird ein Containerzubau errichtet

Wien - Damit am Wilhelminenspital die Blutwäsche für Nierenkranke nicht in Nachtschichten durchgeführt werden muss, wird ein Containerzubau für neue Behandlungsplätze errichtet. Primar Josef Kovarik von der Abteilung Nephrologie berichtet von sechs weiteren Stationen, an denen 35 zusätzliche Patienten versorgt werden können. Dort werde künftig im Dreischichtbetrieb bis abends und mehrere Tage die Woche Patienten das Blut gereinigt. Bis Ende des Jahres stehen die Container. Nach "Baustelle" klingt das für Kovarik nicht, vielmehr stehe dahinter eine "Fertigteilbauweise", die man leicht erweitern könne.

Mehr Personal

Damit am Wilhelminenspital sofort die Kapazität erhöht werden kann, wird auf der bestehenden Dialyseabteilung mehr Personal eingestellt. So können zehn Patienten mehr versorgt werden.

Die Debatte um den Vier-Schicht-Betrieb am Wiener Allgemeinen Krankenhaus und am SMZ Ost hält Kovarik, der auch Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie ist, für aufgebauscht. Natürlich sei eine nächtliche Dialyse ein Eingriff in den Biorhythmus der Betroffenen und nicht angenehm. An den beiden Spitälern betreffe die Nachtdialyse 28 Patienten. Einigen komme die nächtliche Blutwäsche aus beruflichen Gründen aber entgegen, erklärt Kovarik.

122 neue Plätze

Dass die Dialyseversorgung in Wien "suboptimal" ist, weiß er. Aber er erwartet sich eine Verbesserung der Situation, weil das Hanusch-Krankenhaus eine Erweiterung der Kapazität angekündigt habe. Im SMZ und im Franz-Josef-Spital würden jeweils fünf weitere Plätze errichtet. Außerdem sehe der Krankenanstaltenplan für Wien einen Ausbau der Dialyse um 122 Plätze bis zum Jahr 2005 vor. Da die Menschen immer älter werden, prognostizieren das Bundesinstitut für Gesundheitswesen und die Nephrologie-Gesellschaft, dass bis 2010 um 50 Prozent mehr Dialyseplätze gebraucht werden. (aw, DER STANDARD Printausgabe 3.4.2004)

Share if you care.