Der Zug nach Europa soll auch am Flughafen halten

8. April 2004, 12:47
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Bei den Planungen für die Straßenumfahrung Wiens gibt es jedoch ein Problem: ein Vogelschutzgebiet in der Donau.

Länder und Verkehrsminister fassten einen Grundsatzbeschluss für den Bahnausbau. Bei den Planungen für die Straßenumfahrung Wiens gibt es hingegen ein Problem: ein Vogelschutzgebiet in der Donau.

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Wien - Die Eisenbahnanbindung Wiens an die Trans Europäischen Netze (TEN) soll vom geplanten Zentralbahnhof Wien (Südbahnhof) über den Flughafen Schwechat und dann weiter über die Ostbahn und Bratislava erfolgen. Darüber gebe es jetzt einen Grundsatzbeschluss der betroffenen Bundesländer mit Verkehrsminister Hubert Gorbach (FP). Dies bestätigte am Freitag Planungsstadtrat Rudolf Schicker am Rande der SP-Klubklausur im Wiener Rathaus im STANDARD-Gespräch.

Mithilfe dieser Streckenführung sei es auch möglich, internationale Reisezüge der Süd- und Westbahn zum Flughafen und weiterzuführen. Gleichzeitig soll aber auch der Ausbau der nördlichen Strecke über den Marchegger Ast nach Bratislava weiterverfolgt werden - und zwar in erster Linie für den Güterverkehr. "Damit wird es möglich, das General-Motors-Werk (GM) am Flugfeld Aspern mit dem Automotive Cluster in der Slowakei zu verbinden", hofft der Planungsstadtrat.

Industrienutzung

Das Stadtentwicklungsgebiet auf dem ehemaligen Flugfeld Aspern solle grundsätzlich mit gemischter Nutzung umgesetzt werden, "tendenziell mit Industrienutzung im Süden - also im Umfeld vom GM-Werk - und mit Wohnnutzung im Norden, die sich weiter oben den bestehenden Einfamilien- und Reihenhäusern angleichen soll".

Was jetzt noch fehlt, ist die Grundsatzentscheidung, auf welcher Trasse die Nordostumfahrung S1 errichtet werden soll. Schicker präferiert nach wie vor die Innenvariante, die das Flugfeld auch direkt erschließen würde. Zusätzliche Probleme gebe es jetzt allerdings im Bereich der Donauquerung: "Da gibt es gegenüber dem Friedhof der Namenlosen eine Schotterinsel, die ein wichtiges Vogelschutzgebiet ist." Da könnten beim Bau einer Brücke ernsthafte Schwierigkeiten drohen. "Vielleicht überlegt man sich da doch noch einmal eine abgespeckte Tunnelvariante", versucht es Schicker noch einmal.

Entwicklungspläne

Rein formell soll die stadtplanerische Entwicklung Wiens im Mai im Gemeinderat beschlossen werden: Der fortgeschriebene Strategieplan, den noch VP-Planungsstadtrat Bernhard Görg erarbeiten ließ, soll insgesamt 41 Projekte enthalten. Schwerpunkte: europäische Städtepolitik, Arbeitsmarkt, Bildung, Kultur, Umwelt und Soziales.

2005 soll dann der neue Stadtentwicklungsplan fertig werden, in dem laut Schicker besonderes Augenmerk auf die Entwicklung neuer Stadtteile gelegt werden soll - seien es ungenutzte Bahnhofs- oder Verkehrsflächen der ÖBB oder eben das Flugfeld Aspern. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD Printausgabe 3.4.2004)

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