Mädchenfilm "future lab 2022" präsentiert

4. April 2004, 09:00
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Das Vorarlberger Projekt "mut! – mädchen und technik" ist zu Ende gegangen - Material-Box für MultiplikatorInnen gratis erhältlich

Bregenz/Feldkirch - Ende März ging das Projekt "mut – mädchen und technik" in die Endrunde. 39 Mädchen aus den Hauptschulen Doren, Dornbirn-Lustenauerstraße und Bludenz-West haben sich im Mädchenzentrum AmaZone mit dem Thema "Mädchen und Technik" beschäftigt. Entstanden ist unter anderem "future lab 2022" - ein 17minütiger Videofilm.

Rund 220 Besucherinnen und Besucher waren beim mut!-Showdown im Alten Hallenbad in Feldkirch mit dabei. Absoluter Höhepunkt war die Filmpremiere von "future lab 2022". An insgesamt 15 Workshoptagen haben sich drei Schülerinnengruppen mit technischen Berufen und ihrer eigenen Berufswahl auseinandergesetzt. Für die Umsetzung des Themas "Mädchen und Technik" in einen Videofilm haben die Schülerinnen den Umgang mit der Videokamera erlernt, ein Storyboard für den Science Fiction erarbeitet, Requisiten gebaut, die Dreharbeiten durchgeführt, als Darstellerinnen agiert, Regie geführt und Einblick in den Filmschnitt bekommen.

Inhalt des Films

"future lab 2022" zeigt drei futuristische Berufe für das Jahr 2022 - die "Träume-Programmiererin", die "Libaretto-Entwicklerin" und die "Tier-Ingenieurin" - verpackt in die Geschichte der 15jährigen Stella, die auf ihrem Schulweg plötzlich mit der Zukunft konfrontiert wird ...

Berufswünsche

Die Berufswünsche der mut!-Girls, die inzwischen die 4. Klasse Hauptschule besuchen, stehen noch nicht alle fest. Ein paar Mädchen allerdings bereiten sich auf die Ausbildung in einem technischen Beruf vor. Stefanie Plakolm, 14 Jahre, will Goldschmiedin werden: "Ich bin jetzt schon oft in der Werkstatt und arbeite zum Beispiel gerne mit Holz. Ich könnte mir nicht vorstellen, stundenlang ruhig vor einem Computer zu sitzen. Ich möchte mit meinen Händen gerne etwas schaffen, mich handwerklich und kreativ beschäftigen."

Lisa Riedmann, 13 Jahre, interessiert sich für eine Lehre als KFZ-Mechanikerin. "Ich hab mir gewünscht, etwas Technisches zu machen. Technisches Werken in der Schule hat mich mehr als alles andere interessiert. Mir macht es auch nichts aus, einmal dreckig zu werden. Meine Familie hat mir dann ein paar Vorschläge gemacht und KFZ-Mechanikerin hat für mich am interessantesten geklungen." Unterstützt wird Lisa von einer Mentorin, die ihr im Rahmen von drei Terminen tiefe Einblicke in diesen Beruf gewährt. Insgesamt vier mut!-Teilnehmerinnen haben dieses Zusatzangebot des Projektes in Anspruch genommen.

Mädchen für Mädchen

Das Projekt hat die volle Unterstützung von LRin Dr. Greti Schmid: "mut! ist ein tolles und sensationelles Projekt, das Mädchen ermutigt und anregt, sich einmal mit technischen Berufen zu beschäftigen. Die Wirtschaft braucht die Qualifikation von Frauen im technischen Bereich. Besonders toll ist die Peergroup-Education, bei der Mädchen ihr Wissen an andere Mädchen weitergeben. Wer könnte das Thema 'Mädchen und Technik' besser an die Zielgruppe herantragen als die Mädchen selbst?" Insgesamt acht Schülerinnen haben an der Ausbildung zur "Peergroup-Education" teilgenommen und berichten nun in Schulklassen vom mut!-Projekt und halten das Thema "Mädchen und Technik" lebendig.

"mut!-Box"

Im mut!-Projekt sind zahlreiche Produkte entstanden, die aufbereitet und in der "mut!-Box" (eine interaktive CD-Rom und DVD) veröffentlicht werden: die Videofilme "future lab 2022" (17 min.), 7 Interviews mit Frauen in technischen Berufen (18 min.) und Video-Feedbacks der mut!-Mädchen aus dem Workshop 2 (5 min.) sowie Methodik-Material (Spiele, Fantasiereisen, Literaturtipps usw.), Fachartikel, Fotos und Präsentationen. Für MultiplikatorInnen wird die mut!-Box ab Mai 2004 kostenlos im Mädchenzentrum AmaZone erhältlich sein.

"mut! – mädchen und technik" wurde vom Frauenreferat des Landes Vorarlberg, vom Bildungsministerium und aus Mitteln des ESF sowie aus Fforte finanziert.
(red)

Mädchenzentrum AmaZone, Kirchstraße 39, 6900 Bregenz. Tel. 05574/45 801
  • Katharina Mähr und Stefanie Plakolm präsentieren das mut!-Projekt im Alten Hallenbad in Feldkirch.
    foto: mädchenzentrum amazone
    Katharina Mähr und Stefanie Plakolm präsentieren das mut!-Projekt im Alten Hallenbad in Feldkirch.
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