US-Wirtschaftswachstum schafft Jobs

9. April 2004, 15:49
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Arbeitslosenquote trotz Stellenzuwachs auf 5,7 Prozent gestiegen - Aktien reagieren mit Kursgewinnen

Washington - In den USA ist der Beschäftigungszuwachs im März unerwartet deutlich ausgefallen. Insgesamt sind 308.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Dennoch stieg die Arbeitslosenquote von 5,6 auf 5,7 Prozent, teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Die Zahl der Arbeitssuchenden habe sich nach dem Winter wieder erhöht.

Aktien reagieren mit Kursgewinnen

Die Zunahme der Arbeitsplätze übertraf deutlich die Erwartungen der Analysten und ist nach Meinung von Volkswirten ein Anzeichen dafür, dass sich die Konjunkturerholung in den USA allmählich auch auf den Arbeitsmarkt auszuwirken beginnt. "Der Fokus liegt auf der Beschäftigtenzahl, nicht auf dem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote", sagte Christopher Low, Chefvolkswirt von FTN Financial in New York.

Die Aktienmärkte und der Dollar reagierten mit Kursgewinnen auf die Daten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte in den ersten Handelsminuten 0,8 Prozent fester bei 10.462 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg 0,8 Prozent auf 1141 Zähler, während der Index der Technologiebörse Nasdaq um 1,8 Prozent auf 2.050 Punkte zulegte.

Arbeitsplätze werden geschaffen

In den vergangenen Monaten waren unter Volkswirten die Zweifel gewachsen, ob Konjunkturerholung in den USA nachhaltig sei. Vor allem hatten sie ihre Skepsis damit begründet, dass der US-Arbeitsmarkt den übrigen Indikatoren kaum auf dem Weg nach oben folgte. Volkswirt David Sloan von 4Cast in New York sagte: "Das starke Wirtschaftswachstum schafft jetzt Arbeitsplätze und das ist eine große Sache."

Stephen Stanley, Chefvolkswirt von RBS Greenwich Capital stellte fest: "Darauf habe ich seit Monaten gewartet. Nicht nur die März-Zahlen waren stark, sondern die Zahlen für Februar und Jänner wurden ebenfalls nach oben revidiert."

US-Präsident George W. Bush kann nun hoffen, von den positiven Daten in seinem Wahlkampf zu profitieren. Sein Herausforderer John Kerry hebt darauf ab, dass in der US-Wirtschaft unter Bushs Präsidentschaft insgesamt rund drei Millionen Jobs verloren gegangen sind und hat seinerseits angekündigt, innerhalb von vier Jahren zehn Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen. (APA)

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