Cessna-Absturz: Dichter Nebel dürfte Auslöser gewesen sein

6. April 2004, 09:53
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Vier Salzburger kamen ums Leben - Pilot scheint Orientierung verloren zu haben

Klagenfurt - Dichter Nebel und in der Folge menschliches Versagen dürften die Ursachen für den Flugzeugabsturz am Freitag im Packgebiet zwischen Kärnten und der Steiermark gewesen sein, bei dem vier Menschen getötet worden sind. Mehrere Zeugen erklärten, dass die Maschine viel zu tief geflogen sei. Mit dem Untersuchungsbericht der Experten wird zwar erst in einigen Tagen gerechnet, ein technisches Gebrechen dürfte aber auszuschließen sein. Das Flugzeug war erst kürzlich gewartet worden.

Die auf dem Flughafen von Zell am See stationierte Cessna 182 startete um 10.30 Uhr in Richtung Graz. Neben dem Piloten, dem bekannten Hotelier Hans Schwaninger (52), befanden sich noch sein 28-jähriger Sohn Stefan und seine 19-jährige Tochter Maria sowie der ebenfalls aus Zell stammende 39-jährigen Unternehmer Peter Obernoster an Bord. Nach einer Stunde Flugzeit verschwand die Maschine von den Radarschirmen der Flugsicherungsbehörde Austro Control.

Cessna flog sehr tief

Ein Augenzeuge berichtete zu diesem Zeitpunkt gegenüber der Gendarmerie, die sehr tief fliegende Cessna im südlichen Packgebiet gesehen zu haben. Daraufhin wurde vorerst von steirischer Seite und danach auch von Kärnten aus eine groß angelegte Suchaktion gestartet, die aber durch den dichten Nebel und den noch hoch liegenden Schnee erschwert wurde. Später stellte sich auch heraus, dass das Flugzeug keinen Crash-Sender eingebaut hatte.

Frontal-Crash mit Baum

Fünf Stunden nach dem Absturz wurde die total zerfetzte Cessna im Gebiet des Kalcherbergkogels in etwa 1.000 Metern Seehöhe mitten im Wald gefunden. Das Kleinflugzeug hatte offenbar einige Baumwipfel gestreift, bevor es frontal gegen einen Baum krachte und zerschellte. Die Trümmer lagen in einem Umkreis von rund 300 Metern verstreut. Ein Passagier lag tot im Schnee, der Pilot und zwei weitere Insassen befanden sich in den Trümmern. Alle vier dürften auf der Stelle tot gewesen sein.

Erfahrener Pilot dürfte Orientierung verloren haben

Hans Schwaninger galt zwar als ein sehr ein erfahrener Pilot, er dürfte aber im dichten Nebel die Orientierung verloren haben und deshalb auch so tief geflogen sein. Der Verunglückte zählte zu den führenden Unternehmerpersönlichkeiten in der Gemeinde Zell am See. Er führte den Traditionsgasthof "Stoanerwirt" und errichtete gemeinsam mit seiner Frau das Hotel "Alpin". (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Teile der beim Absturz zertrümmerten Cessna an der Absturzstelle am Kalcherkogel an der Pack

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