"Systematische Vergewaltigungen" von Frauen im Kongo

22. April 2004, 20:27
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"Ärzte ohne Grenzen": Untätige Regierung und unbestrafte Täter

Nairobi - Ein Jahr nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens für das zentralafrikanische Krisenland Kongo würden im Osten des Landes noch immer zahlreiche Frauen "systematisch vergewaltigt". Die Täter blieben fast immer unbestraft, kritisierte die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF), die am Donnerstag in Nairobi eine entsprechende Studie vorlegte. Etwa 80 Prozent der Opfer würden von Soldatengruppen mehrfach vergewaltigt.

Verlässliche Zahlen gebe es nicht, da die Betroffenen aus Angst vor Diskriminierung erst allmählich von ihren Erfahrungen berichteten. Allein in der Provinz Kivu in der Demokratischen Republik Kongo registrierte die Organisation seit vergangenem August mehr als 600 Fälle. Die Opfer erlitten häufig schlimme körperliche und seelische Schäden. "Trotz zahlreicher öffentlicher Beteuerungen hat die Regierung nicht viel getan, um diese Vergewaltigungen zu stoppen und die Täter zur Verantwortung zu ziehen", sagte MSF-Mitarbeiter Damian Lilly. (APA/dpa)

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