Aventis-Preise an Innsbrucker Medizin-Uni vergeben

9. April 2004, 18:58
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Innsbruck - Neue Prognosefaktoren bei Brustkrebs, einen "Schalter" für die Immunreaktion und dass es bei der Genetik nicht nur auf die Erbsubstanz DNA ankommt, das haben ForscherInnen der Medizin-Uni untersucht. Die Projekte wurden am Freitag in Innsbruck mit dem Preis der Aventis Stiftung zur Förderung der medizinischen Forschung in Österreich ausgezeichnet.

Brustkrebs

Jährlich erkranken 4.500 Österreicherinnen an Brustkrebs, rund 1.600 Frauen sterben an den Folgen. Obwohl die Diagnose oft immer früher gestellt wird und der Tumor durch eine Operation völlig entfernt werden kann, erkranken trotzdem manche der Betroffenen ein weiteres Mal. Laut neuester Untersuchung gilt die so genannte Methylierung von Erbsubstanz im Blut von Brustkrebspatientinnen als potenzieller Prognosefaktor.

"Man hat in den vergangenen Jahren nachweisen können, dass bei Krebspatienten im Blut ein erhöhter Anteil an DNA-Erbsubstanz vorhanden ist. Sie stammt offenbar aus den Krebszellen", erklärte einer der Preisträger, Hannes M. Müller. Die Erbsubstanz von bösartigen Zellen weise bestimmte Veränderungen auf. Im Gegensatz zu gutartigen Zellen sei die DNA von bösartigen Zellen stärker methyliert, was bedeutet, dass bestimmte Gene mit Methyl-Gruppen versehen sind. Patientinnen, deren Gene methyliert waren, seien häufiger an der Brustkrebserkrankung gestorben, als Frauen ohne diesen Befund, ergab die Untersuchung.

"Epigenetik"

Eine weitere prämierte Forschungsarbeit befasst sich mit den Abläufen in der "Epigenetik". Es zeige sich, dass neben der Erbsubstanz DNA die Steuerung der Verpackung des Genoms eines Organismus eine wahrscheinlich genau so wichtige Rolle spielt.

"Bakterien, Viren oder andere Faktoren können zu einer Aktivierung des Immunsystems führen. Das erfolgt über eine Kaskade von Ereignissen im Körper", erklärte Christa Pfeifhofer vom Institut für Medizinische Biologie und Humangenetik. Am Ende stehe die Aktivierung der T-Zellen, die als die wichtigsten Bestandteile der Immunabwehr gelten und die sich dann zu teilen beginnen. Die Preisträgerin identifizierte in einem Enzym, der so genannten Proteinkinase C theta, einen entscheidenden Faktor für die Aktivierung der T-Zellen.

Aventis Pharma unterstützt seit Jahren Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Medizin. Jedes Jahr werden an den Unis Wien, Graz und Innsbruck Preise an junge Forscher für ihre Arbeiten vergeben. Die Tiroler Preisträger erhalten insgesamt 10.800 Euro. (APA)

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