Darabos wirft ÖVP "Schmutzkübel-Kampagne" vor

5. April 2004, 12:58
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Lopatka reagiert: "Geschmacklosigkeiten" - ÖVP: "Aufholjagd Ferrero-Waldners versetzt SPÖ in Unruhe"

Wien - Kritik am "leider sehr üblen" Stil der ÖVP im Präsidentschafts-Wahlkampf übt SPÖ-Kampagnenleiter Norbert Darabos. Jüngstes Indiz dafür seien Inserate einer Aktion "Res publica Austria" mit gegen den SPÖ-Kandidaten Heinz Fischer gerichteten Zitaten von Bruno Kreisky und Hannes Androsch - der betont, nur halb zitiert zu sein. Kurt Bergmann, Leiter des Personenkomitees der ÖVP-Bewerberin Benita Ferrero-Waldner, behaupte zwar, die Urheber der "Res Publica"-Inserate nicht zu kennen. Tatsächlich handle es sich dabei aber um die Obfrau einer CV-Verbindung, der etwa auch Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat angehöre.

"Sehr interessant" ist für Darabos auch, dass die fraglichen Zitate auch in einem Strategiepapier des Ferrero-Waldner-Personenkomitees vorkommen. Dazu komme, das die "Res Publica"-Initiatorin Susanne Hallamayr auch auf der Ferrero-Waldner-Homepage zu finden sei.

SPÖ will "weiterhin fairen Wahlkampf führen"

Die SPÖ werde im Gegensatz dazu weiter einen "fairen Wahlkampf" führen, so Darabos. Er glaube auch nicht, dass die Menschen einen negativen Stil goutieren. Fischer werde in den verbleibenden drei Wochen bis zur Wahl auf einer "Marathon-Tour" noch durch ganz Österreich unterwegs sein. Allein in den letzten vier tagen vor der Wahl wolle man dann mit dem "Österreich-Zug" noch einmal in alle Bundesländer kommen.

Darabos deponierte auch ein weiteres Mal die Forderung nach mehr inhaltlicher Auseinandersetzung, etwa über Neutralität und Nato oder die von Ferrero-Waldner mit getragenen Beschlüsse der Regierung. "Unsere Gesprächsangebote stehen nach wie vor", betonte er.

Lopatka wirft SPÖ "Geschmacklosigkeiten" vor

Im Gegenzug zu den Vorwürfen der SPÖ wegen einer Inseratenkampagne im Präsidentenwahlkampf wirft nun die ÖVP den Sozialdemokraten "Geschmacklosigkeiten" vor. So gebe es Aufkleber der Sozialistischen Jugend (SJ), auf denen Ferrero-Waldner mit einem anatomisches Herz in der Hand dargestellt sei. Und E-Cards aus dem SPÖ-Umfeld, in denen die Kandidatin barbusig abgebildet gewesen sei, seien erst nach Handeln des ÖVP-Rechtsanwaltes aus dem Internet genommen worden, so Lopatka am Freitag in einer Aussendung.

"Die Nervosität, die die beiden SPÖ- Bundesgeschäftsführer der ÖVP unterstellen, ist offensichtlich vor allem in den Reihen der SPÖ zu spüren", so Lopatka. Im Zusammenhang mit den "Res Publica"-Inseraten meinte der Generalsekretär, ein gemeinsames Foto der Initiatorin mit Ferrero-Waldner beweise nichts. Die Präsidentschaftskandidatin habe bei dem Ball, bei dem das Foto entstanden sei, sicher "ein paar hundert, wenn nicht tausende Hände geschüttelt". (APA)

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