Wiener SP-Klubtagung: Alle andere Parteien gegen Häupl

4. April 2004, 17:04
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FPÖ: "Attacken unter die Gürtellinie" - Grüne: "Kalter Kaffee" - ÖVP: "Keine Strategie für Wien, sondern nur gegen Bund"

Wien (APA) - Harsche Reaktionen der FPÖ hat heute die Rede des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl (S) auf der Klubklausur der Wiener SPÖ am heutigen Freitag ausgelöst. Diese stelle nicht mehr als "ein paar halblustige Sager, sowie Attacken unter die Gürtellinie" dar, so der Obmann der Wiener Freiheitlichen Heinz-Christian Strache. Moderatere Töne kamen hingegen von der ÖVP und den Grünen. Für die grüne, nicht amtsführende Stadträtin Maria Vassilakou war die Häupl-Rede "wie kalter Kaffee".

Bleckmann: "Letztklassige Aussagen"

Auch FP-Generalsekretärin Magda Bleckmann wertete in einer Aussendung Häupls "letztklassige" Aussagen als "klares Zeichen für die wachsende Nervosität unter den Genossen". Offensichtlich werde der Bürgermeister immer mehr zum "missmutigen Mauler" und versuche, von seiner "katastrophalen Politik" abzulenken. Dabei habe Häupl nur noch den Bundesparteiobmann Alfred Gusenbauer auf seiner Seite. "Die Basis der SPÖ ist da ganz anderer Meinung", meinte Bleckmann.

"Dinosaurier-Strategie "

Auch der neue Parteiobmann der Wiener Freiheitlichen, Heinz-Christian Strache, war sich in einer Aussendung sicher, dass der Bürgermeister "mit seiner Dinosaurier-Strategie der Ausgrenzung auf völlig verlorenem Posten steht". Von einer Klubtagung hätte er sich inhaltliche Impulse erwartet, "aber keine polemischen Rundumschläge wie bei einer Wirtshausveranstaltung", beklagte Strache. Durch seine eigene Personalpolitik könne Häupl nicht anders, als an der Ausgrenzungspolitik gegenüber den Freiheitlichen festhalten. Schließlich säßen ihm "politisch seine Linksscharfmacher wie Stadträtin Brauner und Laska im Rücken".

Auch Vassilakou vermisste klare Aussagen über die Zukunft Wiens. "Alles war unverbindlich, unkonkret", bedauerte die Grün-Politikerin gegenüber der APA. So sei beispielsweise nichts zum Debakel der fehlenden Lehrer in der Bundeshauptstadt gesagt worden.

"Wenn man so tut, als wäre man für Arbeitsplätze verantwortlich, muss man auch dazu stehen, wenn sie verloren gehen", forderte der Landesgeschäftsführer der ÖVP, Norbert Walter, gegenüber der APA. Es gebe keine Strategie für Wien, sondern nur eine gegen den Bund, konstatierte der VP-Politiker. (APA)

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