Greenpeace präsentierte Gentechnik-Einkaufsratgeber

6. April 2004, 09:52
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Am 18. April tritt neues EU-Recht mit neuer Kennzeichnungspflicht in Kraft - von 250 Firmen verzichten an die 50 nicht auf die Gentechnik

Wien - Am 18. April tritt ein neues EU-Recht in Kraft, wonach nicht nur die Zulassung von Lebensmitteln und Zutaten aus gentechnisch veränderten Organismen verschärft, dabei wird auch die Rückverfolgbarkeit und absolute Kennzeichnungspflicht eingeführt. Aus diesem Grund stellte die Umweltorganisation Greenpeace einen Einkaufsratgeber zu diesem Thema zusammen. Dieser gibt einen Überblick über die einzelnen Händler, Hersteller und deren Produkte.

Ratgeber soll laufend aktualisiert werden

Der Ratgeber soll laufend aktualisiert werden. Rund 50 der 250 von Greenpeace angeschriebenen Firmen haben laut der Organisation nicht auf Gentechnik in den Artikeln verzichtet. Die Konsumenten seien daher ab dem 18. April besonders aufgefordert, genau auf das Kleingedruckte auf den Produkten zu achten, sagte Molekularbiologin Susanne Fromwald.

Die Kennzeichnung sei zwar eine deutliche Verbesserung, da beispielsweise Maiskeimöl und Glukosesirup aus gentechnisch verändertem Mais oder Lecithin aus Gentech-Soja benannt seien. Dennoch gebe es noch eine große Lücke, so die Organisation. Tierische Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier, zu deren Herstellung gentechnisch verändertes Tierfutter verwendet wurde, müssen nicht gekennzeichnet sein.

Allergie

Gesundheitliche Auswirkungen durch den Konsum von diesen Produkten sei zwar nicht belegbar. "Aber es gibt noch immer viele Fragwürdigkeiten", sagte Greenpeace-Sprecher Axel Grunt. Als Beispiel nannte Grunt Allergien nach dem Konsum von Getreideprodukten. Durch die genetische Manipulation einer Sojabohne mit einem Gen, das von der Paranuss stamme, könne bei manchen Menschen allerigische Reaktionen auslösen werden.(APA)

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