Burgenland forciert Aufzucht von Weidegänsen

6. April 2004, 09:52
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Wiesenflächen, die kaum mehr bewirtschaftet wurden, werden wieder genützt und gepflegt

Eisenstadt - Das burgenländische Weidegänse-Projekt wird ausgeweitet. Die Nachfrage nach den naturnah und mit der notwendigen Geduld groß gezogenen Tieren ist bei weitem größer als das Angebot, berichtet Projektleiter Ing. Christian Reicher.

Im Vorjahr konnten 2.700 Weidegänse angeboten wurden, 2006 will man bereits auf eine Zahl von 20.000 kommen. Im Vergleich zu Tieren aus intensiver Stallhaltung schmeckt das Fleisch von Weidegänsen nicht nur besser, die Bauern lukrieren auch einen höheren Preis.

Für Intensiv-Mastgänse aus Ungarn, die in den Supermärkten als Tiefkühlware angeboten werden, zahlt der Konsument einen Kilopreis von ca. 3,90 Euro. Ungarische Hafermast-Gänse kosten 6,80 bis 6,90 Euro/kg, der Preis der Weidegans liegt bei 7,50 Euro/kg.

26 Wochen Aufzucht statt Mast

Konventionell gemästete Gänse werden bereits nach etwa zwölf Wochen geschlachtet, die Weidegänse haben 26 Wochen Zeit, heranzuwachsen. Daher zeichnet sich ihr Fleisch durch einen geringeren Fettgehalt aus, es ist zudem feinfasrig und dunkel.

Wiesenflächen werden wieder extensiv genützt

Ein positiver Nebeneffekt der Weidegans-Haltung: Wiesenflächen, die kaum mehr bewirtschaftet wurden, werden wieder extensiv genützt und gepflegt.

Laut Reicher befassen sich zurzeit 19 burgenländische Betriebe - vorwiegend im Süden des Burgenlandes - mit der Aufzucht dieser Tiere. Immer mehr Gasthöfe und Restaurants, die Martini-Gänse auf der Speisekarte haben, setzen auf die Kooperation mit den Weidegans-Betrieben. "In den letzten zwei Jahren waren wir bereits im August ausverkauft", so Reicher.(APA)

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