51 Hinweise auf illegale Internet-Inhalte in Österreich 2003

9. April 2004, 10:49
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300 Prozent mehr beanstandete kinderpornografische Inhalte

Im vergangenen Jahr sind bei der Initiative "no abuse in Internet" (naiin) und ihrer Meldestelle "netwatch" weltweit insgesamt 1.500 Hinweise auf illegale Internet-Inhalte eingegangen. 51 davon kamen aus Österreich und betrafen in 41 Fällen rechtsextremistische Themen, fünf Mal Kinderpornografie und ebenso oft "andere", nicht weiter erläuterte Themen.

Verdoppelt

Insgesamt hat sich, so naain, die Zahl der eingegangenen Hinweise auf rechtswidrige Inhalte gegenüber 2002 verdoppelt. Für 2004 sei ein weiterer Anstieg zu erwarten. So prognostiziert die in Berlin ansässige Initiative für das laufende Geschäftsjahr erneut einen deutlichen Anstieg mit der Bearbeitung von weit mehr als 3.000 Hinweisen. Der überwiegende Teil der bei "netwatch" beanstandeten Internet-Inhalte 2003 betraf die Deliktsbereiche "Rechtsextremismus" (570 Hinweise) und "Kinderpornografie" (656).

Erhöhter Handlungsbedarf

Damit gab es bei den Beanstandungen bezüglich der kinderpornografischen Internet-Inhalte im Vergleich zum Jahr 2002 eine Steigerung um 300 Prozent. "Auf diesem Gebiet besteht nach wie vor erhöhter Handlungsbedarf. Denn selbst weltweite Fahndungserfolge haben diesen Markt weder erschüttert noch nachhaltig geschwächt," so Dennis Grabowski, stellvertretender Vorsitzender und Hotline-Manager von naiin.

'Safer Internet plus'

Geographische Schwerpunkte im Bereich Internet-Kriminalität sind laut naain Europa und Nordamerika. Von den 1.500 Beanstandungen betrafen 712 Hinweise Europa und 593 Nordamerika - wobei Kinderpornografie in den USA, Rechtsextremismus dagegen in den deutschsprachigen Ländern überwiegt. "Angesichts dieser Zahlen ist es sehr zu befürworten, dass sich die Europäische Kommission mit ihrem neuen Programm 'Safer Internet plus' dazu entschlossen hat, von 2005 bis 2008 Projekte gegen Internet-Kriminalität mit 50 Millionen Euro zu unterstützen", sagte naiin-Präsident Arthur Wetzel.

Der Verein wurde im August 2000 gegründet, Schirmherr ist der aus Österreich stammende, ehemalige Chef des TV-Privatsenders RTL, Helmut Thoma. Seit November 2000 unterhält naiin die Meldestelle "netwatch". Unter netwatch@naiin.org können User rechtswidrige Internet-Inhalte beanstanden. Alle Informationen über naiin und den Tätigkeitsbericht 2003 zum Downloaden gibt es unter http://www.naiin.org/de. (APA)

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