Viel Lob für Bahrain-Baumeister Tilke

6. April 2004, 11:07
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Michael Schumacher: "Großartiger Eindruck" - Architekt Tilke: "Fahrer rasen optisch in die Wüste - und kommen zurück in die Oase"

Sakhir/Bahrain - Im Rahmen der Formel-1-Premiere in Bahrain hat es für den deutschen Strecken-Architekten Hermann Tilke viel Lob gegeben. "Es war ein großartiger Eindruck, solch eine Anlage mitten in der Wüste auf einmal aufzufinden, die bis ins Detail durchdacht und auch von der Streckenführung her sehr vernünftig ist", meinte Weltmeister und Landsmann Michael Schumacher über den neuen Kurs, der vom "Herr der Ringe" für rund 123 Millionen Euro in den Sand gesetzt wurde.

Wie eine Oase taucht die Anlage mitten in der Wüste auf. Die Architektur der Anlage nimmt arabische Stilelemente auf, das Fahrerlager und die Start-Ziel-Gerade sind mit etwas Grün bepflanzt. "Die Fahrer rasen optisch in die Wüste - und kommen zurück in die Oase", beschreibt Tilke die von ihm beabsichtigte Illusion. Den Sand sieht er nicht als Problem. "Auf Regen würden die Autos auch rutschen."

Massen in Bewegung

Tilke, der u.a. auch die Strecke in Schanghai geschaffen hat: "Wir haben auf Boden gebaut, der tausende von Jahren alt ist." Eine Million Kubikmeter Gestein wurden bewegt. "Unter einer 30-Zentimeter-Sandgeröllschicht war Fels. Alles musste gesprengt werden", berichtet der 49-Jährige über die Anfänge der Bauarbeiten vor 16 Monaten. 70.000 Kubikmeter Beton und 8.500 Tonnen Stahl wurden für die multifunktionale Rennstrecke verbaut, die das gesamte Jahr genutzt werden soll. Der Formel-1-Kurs ist 5,417 km lang und hat 15 Kurven. Zwei Überholmöglichkeiten hat Tilke eingebaut. Die Spitzengeschwindigkeit wird bei rund 310 km/h liegen.

Tilke ist der Hofbaumeister im Reich von Formel-1-König Bernie Ecclestone. Der Aachener Architekt besetzt damit eine lukrative Nische. Über 30 Rennstrecken hat er konzipiert. "Für einen Ingenieur, der auch Rennen bestreitet, ist ein absoluter Höhepunkt in seiner Laufbahn, einen Rennkurs zu bauen", meint der Hobby-Rennfahrer. Sein Credo beim Entwickeln einer Strecke ist: "Nach der ersten Kurve müssen alle Autos noch dicht beieinander sein."

König testete persönlich

Seine Auftraggeber aus Bahrain inspizierten Tilkes Werk noch vor den Formel-1-Piloten: Am Montagabend bestritten König Hamads bin Isa Al Khalifa und Kronprinz Scheich Salman bin Hamad Al Khalifa ein Privatrennen gegen ihre Leibwächter auf dem Wüstenkurs. König und Kronprinz waren sehr zufrieden mit Tilkes Arbeit - nicht nur, weil sie das Rennen in ihrem Geländewagen gewannen.(APA/dpa)

  • Gut schaut sie aus, die Strecke in Bahrain.

    Gut schaut sie aus, die Strecke in Bahrain.

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