Reuters-Marktanteil weiter gesunken

18. April 2004, 10:54
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2004 strebt der Konzern mit neuen Produkten eine Verbesserung seiner Gesamtposition an

Der Nachrichten- und Informationskonzern Reuters hat im vergangenen Jahr weitere Marktanteile verloren. Gegenüber seinem wichtigsten Konkurrenten, der US-Finanzagentur Bloomberg, legte Reuters im "Premium"-Bereich nach eigenen Angaben aber zu. 2004 strebt der Konzern mit neuen Produkten eine Verbesserung seiner Gesamtposition an.

Das britische Traditionsunternehmen teilte am Freitag mit, sein Anteil am weltweiten Markt für Finanzinformationen mit einem Volumen von sechs Mrd. Pfund (9 Mrd. Euro) sei 2003 um zwei Prozentpunkte auf 37 Prozent gefallen. Gegenüber Bloomberg habe Reuters im "Premium"-Bereich des Marktes jedoch seine Position verbessert. Im "Premium"-Bereich kosten Informationsterminals rund 1.000 Dollar (818 Euro) im Monat.

Verbesserung der Marktposition angestrebt

Für dieses Jahr werde eine Verbesserung der Marktposition angestrebt. "Der Verlust des Marktanteils war nicht unerwartet und ich bin zuversichtlich, dass die Stärke unserer neuen Produkte im mittleren Marktbereich und unsere Investitionen im Service die Grundlage für die Stärkung unserer Gesamtposition sind", sagte Reuters-CEO Tom Glocer.

Den Verlust des Marktanteils führte Reuters auf eine schwache Entwicklung in Segmenten zurück, in denen Reuters am stärksten vertreten ist. Bloomberg habe im Gegensatz dazu von einer relativ positiven Entwicklung in ihrem traditionell starken Segment des Anleihe-Handels profitiert.

Drastisch sinkende Umsätze

Reuters leidet seit gut zwei Jahren unter drastisch sinkenden Umsätzen, da die beiden wichtigsten Kundengruppen - die Finanz- und die Medienbranche - in der Krise stecken und massiv Kosten senken. Die großen Investmentbanken, die rund ein Viertel zu den Kernumsätzen beisteuern, haben in den vergangenen Jahren rund 100.000 Stellen abgebaut. Hiervon werden besonders die für Reuters wichtigen regelmäßigen Einnahmen aus der Bereitstellung von Daten und Informationen gedrückt.

Vor einem Jahr belief sich der Marktanteil Bloombergs nach Reuters-Angaben auf rund 42 Prozent, der von Reuters auf 39 Prozent. Bloomberg habe seinen Markanteil 2003 insgesamt vermutlich ein wenig ausgebaut, jedoch im "Premium"-Bereich verloren, teilte Reuters weiter mit. Reuters habe im vergangenen Jahr im "Premium"-Bereich, einen Marktanteil von rund 28 Prozent gehabt. Der "Premium"-Bereich hat ein Gesamtvolumen von 2,2 Milliarden Pfund. Der Leiter der Reuters-Kundenbetreuung, Devin Wenig, sagte, Reuters werde sich bemühen, Marktanteile von Bloomberg zurückzuerobern. "Das ist unser Plan", sagte Wenig. (APA/Reuters)

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