Österliche Stauzeit so schlimm wie noch nie

8. April 2004, 14:41
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Die Autofahrer brauchen heuer besonders starke Nerven - mit Grafik

Wien - Pisten und Küsten locken auch heuer in der Karwoche wieder die Urlauber an. Die Autofahrer unter ihnen brauchen aber starke Nerven, prophezeien ÖAMTC und ARBÖ: Denn Transitgegner planen Blockaden, und die Baustellen tragen ebenfalls nicht zum Verkehrsfluss bei. Bei Reisen nach Italien ist besondere Vorsicht geboten, dort sind nämlich die Gesetze geändert worden.

Stundenlange Sperren

Von Montag bis Mittwoch werden wichtige Straßenverbindungen teils stundenlang für Kundgebungen gesperrt (siehe Grafik). Für Tirols Landeshauptmann Herwig van Staa (VP) sind die Demonstrationen "völlig legitim und notwendig", sein Stellvertreter Hannes Gschwentner (SP) spricht von einer "berechtigten Unmutsäußerung der Menschen", obwohl sich die Kritik der Veranstalter der Osterspaziergänge auf der Autobahn auch gegen die Tiroler Landesregierung richtet.

Zwei der Demo-Forderungen will Gschwentner bis Ende Mai erfüllen: Lkw-Fahrverbote auf der Bundesstraße durchs Unterinntal, um Roadpricing-Flüchtlinge zu stoppen, sowie ein verlängertes Lkw-Nachfahrverbot im Unterinntal als Reaktion auf die Grenzwertüberschreitungen bei den Stickoxiden. Als sicher gilt, das der Beginn von 22 auf 20 Uhr vorverlegt wird.

Punkte und Westen

Wer die heimischen Autobahnen dann hinter sich gebracht hat und mit dem Ziel des süßen Nichtstuns nach Italien unterwegs ist, sollte an die geänderte Gesetzeslage auf der Apenninenhalbinsel denken. So ist für Autos außerhalb von Ortschaften Licht am Tag vorgeschrieben, bei Schlechtwetter gilt auf den Autobahnen nun ein Tempolimit von 110 Stundenkilometern.

Westenpflicht in Italien

Neu ist seit dem 1. April auch die Westenpflicht. Autofahrer, die ein Pannendreieck aufstellen, müssen nämlich eine reflektierende Warnweste tragen. Es gibt zwar keine Verpflichtung, eine derartige Weste mitzuführen, trägt man im Pannenfall aber keine, drohen Geldstrafen und Punkteabzüge.

Denn der im Vorjahr eingeführte Punkteführerschein in Italien gilt auch für Ausländer. Jeder Lenker hat 20 Gutpunkte, Verstöße kosten zwischen einem und zehn Punkten zusätzlich zur Geldstrafe. Sind die Punkte aufgebraucht, drohen bis zu zwei Jahre Fahrverbot in Italien. (moe, hs, DER STANDARD Printausgabe 3.4.2004)

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