Prüfung zu TA-Millionenprämien zieht sich

9. April 2004, 10:27
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Ergebnis nicht mehr vor Ostern

Die Prüfung der Finanzmarktaufsicht (FMA) wegen Verdachts auf Marktmanipulation in Zusammenhang mit dem kräftigen Kursausschlag der Aktie der Telekom Austria (TA) Ende Februar in der Schlussauktion der Wiener Börse zieht sich. Damals hatte der Kurssprung den rund 100 TA-Managern in buchstäblich letzter Minute zu einer Millionenprämie aus einem Stock-Option-Programm verholfen.

Ergebnis nicht mehr vor Ostern

Da auch Finanzinstitute im Ausland untersucht würden und die Datenübermittlung hier erfahrungsgemäß länger dauere, sei vor Ostern nicht mehr mit einem Ergebnis zu rechnen, sagte FMA-Sprecher Klaus Grubelnik am Freitag auf Anfrage zur APA. Ursprünglich hatte die FMA ein Ergebnis bis Ende März für möglich gehalten.

Kreuzfeuer

Das Aktienoptionsprogramm der TA war schon im Vorfeld der Prämienausschüttung wegen seiner Aktienkurs-Tangente ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Für die Auszahlung der 9 Mio. Euro-Prämie an die TA-Manager hatte der Kurs der TA-Aktie in einem bestimmten Zeitraum Ende Februar im Schnitt über 11,70 Euro liegen müssen. Dieser Durchschnitt wurde ausschließlich durch eine nun im Visier der FMA stehende Börsentransaktion in der Schlussauktion gerettet, in der mehr als 900.000 TA-Aktien im damaligen Gegenwert von 10,7 Mio. Euro gehandelt wurden - eineinhalb Mal so viele Aktien als im restlichen Tagesverlauf.

Die FMA fordert nun im Zuge der eingeleiteten Untersuchung Bankinstitute im In- und Ausland auf, Depots und Auftraggeber dieser Transaktionen offen zulegen. Stellt die FMA tatsächlich Kursmanipulation fest, drohen Verwaltungsstrafen bis zu 20.000 Euro je Geschäftsfall. Zur Kasse gebeten würden dann die Auftraggeber solcher Transaktionen. (APA)

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