Guatemala verkleinert Armee und senkt Militärausgaben

4. April 2004, 18:38
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Einsparungen sollen Gesundheit und Bildung zugute kommen

Guatemala-Stadt - Guatemala wird seine Armee um fast die Hälfte verkleinern. Präsident Oscar Berger kündigte am Donnerstag in Guatemala-Stadt an, die Zahl der Soldaten werde innerhalb der kommenden zwei Monate von 27.000 auf 15.500 verringert. Dies geschehe im Einklang mit Friedensabkommen, die den von 1960 bis 1996 dauernden Bürgerkrieg beendeten. Bergers Verteidigungsberater Otto Perez sagte, darüber hinaus würden 13 der 60 Militärstützpunkte des Landes geschlossen. UNO-Beobachter nannten den Schritt eine der bedeutendsten politischen Veränderungen in Guatemala seit Jahrzehnten.

"Historisch und beispiellos"

Zugleich würdigten sie Pläne, Mittel aus der Kürzung des Militäretats für Gesundheit, Bildung und Infrastruktur auszugeben. Im vergangenen Jahr gab die Regierung 112 Millionen Dollar für die Armee aus. In diesem Jahr werde der Etat um rund 13 Prozent auf 97,5 Millionen Dollar gekürzt, in den kommenden drei Jahren dürften nicht mehr als je 100 Millionen für die Streitkräfte ausgegeben werden, sagte Berger.

Perez erklärte, die Zahl der Soldaten in der guatemaltekischen Armee werde künftig etwa das Niveau der Nachbarstaaten Honduras, El Salvador und Nicaragua erreichen. Er sprach von einer "historischen und beispiellosen" Verringerung. Berger ist seit Jänner im Amt. Die UNO hatten seinen Vorgänger Alfonso Portillo dafür kritisiert, den Militäretat deutlich angehoben zu haben. (APA/AP)

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