Ungefährliche Löwin

24. April 2004, 12:16
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Ferrero-Komitee bringt Entscheidungshilfe für Unentschlossene, beide Kandidaten treffen Kofi Annan

Wer nicht weiß, bei welchem der zwei Kandidaten er am 25. April das Kreuzerl bei der Bundespräsidentschaftswahl machen soll, kann seit Donnerstag mit der Hilfe von Benita Ferrero-Waldner rechnen.

Das Unterstützungskomitee der VP-Kandidatin hat eine "Entscheidungshilfe für eine Million Unentschlossene" herausgegeben. Es sei, so betont Komitee-sprecher Kurt Bergmann, "nicht polemisch, an Fakten orientiert". Ein Beispiel: Zum Thema EU-Erweiterung heißt es bei Ferrero-Waldner, sie "war fünf Jahre Chefverhandlerin für die EU-Erweiterung", also "bestens vertraut" mit der Thematik. SP-Kandidat Heinz Fischer war hingegen "mit dieser Frage nie befasst". Ganz einfach also und völlig unvoreingenommen.

Glaubt man der neuesten OGM-Umfrage in Format, dann läuft der Wahlkampf aber besser für den SP-Kandidaten. Heinz Fischer würde laut Umfrage 54 Prozent und Ferrero-Waldner 46 Prozent der Stimmen erhalten. Befragt wurden Ende März telefonisch 500 Personen. Seit Anfang März hätte Ferrero demnach nur einen Prozentpunkt aufholen können.

Kurt Bergmann sieht trotzdem "ein Kopf-an-Kopf-Rennen". Und weiß, warum: "Ferrero kämpft wie eine Löwin, aber nicht wie eine gefährliche Löwin." Für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos ist das bloß ein "hilfloser Versuch, Dinge umzuinterpretieren". Aber vielleicht können die acht neuen Ferrero-Komitees, die von Migranten gegründet wurden, noch etwas bewirken. Damit steht angeblich die 1000. Initiative "Wir für Benita". Wahlhilfe kam Donnerstag auch von prominenter Seite. Jedoch für beide Kandidaten. UNO-Generalsekretär Kofi Annan traf bei seinem Wien-Besuch sowohl mit Ferrero-Waldner als auch mit Fischer zusammen. (pm/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.4.2004)

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