Conwert: Neuer alter Immobilienbewerter

7. April 2004, 14:37
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Thomas Malloth gibt seine Doppelfunktion als Conwert-Aufsichtsrat und Bewerter der Conwert-Immobilien auf

Wien - Die börsennotierte Immobiliengesellschaft Conwert lässt im Zuge von internen Umstrukturierungen ihre Immobilien neu bewerten. Dabei soll auch die etwas schiefe Optik beseitigt werden, dass der Aufsichtsratschef der Conwert-Tochter Con value one Immobilien AG, Thomas Malloth (Präsident des Verbandes der Immobilientreuhänder, ÖVI), gleichzeitig auch die Immobilien der Conwert Immobilien Invest AG bewertete. Die Konzerntochter Con value one, die sich um die Parafizierung von Altbauliegenschaften kümmert, ändert nun die Rechtsform und wird eine GesmbH, "daher ist kein Aufsichtsrat mehr notwendig", schildert Conwert-Vorstand Johann Kowar seine Pläne.

Malloth scheidet also als Aufsichtsrat aus und wird nun gemeinsam mit seiner Kanzleipartnerin Brigitte Teufl-Heimhilcher alle Immobilien der Conwert-Gruppe neu bewerten und damit dem Immobiliengesetz "Genüge tun", wie Conwert-Chef Günther Kerbler versichert. Teufl-Heimhilcher und Malloth sind persönlich haftende Gesellschafter von "Thema-Immobilien" ("Thema" leitet sich aus den Anfangsbuchstaben beider Nachnamen ab) - einer Immobilienenvermittlungsgesellschaft, die sich laut Internet "persönliche Beratung und Betreuung auf ihre Fahnen geheftet hat".

150 Objekte

Aktuell besitzt Conwert, die sich auf die Revitalisierung und Vermietung von Altbauimmobilien spezialisierte, 150 Objekte im Wert von 284 Mio. Euro.

Kowar zufolge wurden die Immobilien im Vorjahr zweimal bewertet, die daraus resultierenden Aufwertungsgewinne bezifferte er mit fünf Millionen Euro. 2002 lagen sie bei knapp einer Mio. Euro. Die erste der beiden im Vorjahr platzierten Kapitalerhöhungen im Volumen von 49 Mio. Euro ging fast zur Gänze an institutionelle Investoren; die zweite im Herbst wurde je zur Hälfte im Publikum und bei Institutionellen untergebracht.

Abgekommen sei man davon, Immobilien mittels eigener Aktien zu kaufen. "Das mache ich nicht mehr", sagte Kerbler zum STANDARD. Nicht zuletzt deshalb, weil er nicht will, "dass ich die Aktien drei Tage später wieder zurückbekomme".

Neubewertung des Portfolios

Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg im Vorjahr auf 7,66 (0,57) Mio. Euro, wobei davon eben fünf Mio. Euro aus der Neubewertung des Portfolios nach "fair value" stammen. Der Umsatz des in Wien, Brünn und Berlin tätigen Immobilienunternehmens kletterte von acht auf 17,67 Mio. Euro. Bis Jahresende 2004 könnte das Portfolio-Vermögen den Wert von 330 bis 350 Mio. Euro erreichen, schätzt Kowar. Auch eine weitere Kapitalerhöhung wird nicht ausgeschlossen.

Bei der kommenden Hauptversammlung soll die mittlerweile zu 94 Prozent gehaltene Tochter Con value, die der Parifizierung und dem Verkauf von Altbauwohnungen gewidmet ist, in die Conwert Immobilien Invest AG verschmolzen werden. Per Jahreswechsel 2003/04 ist schließlich die Kallco Projekt Wiesenstadt erworben worden, die sich in dem sonst auf Altbau spezialisierten Unternehmen auf geförderte Neubauprojekte konzentriert. (Claudia Ruff, Der Standard, Printausgabe, 02.04.2004)

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