Strabag übernimmt Mischek

7. April 2004, 14:37
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76-jähriger Hugo Mischek verkauft seine gleichnamige Baufirma der Strabag, die am Fertigteilwerk interessiert ist

Wien - Die Strabag von Hans Peter Haselsteiner und Raiffeisen will die 1947 gegründete Wiener Baufirma Mischek übernehmen. Mischek ist bereits seit längerem auf der Suche nach einem Firmenkäufer, heißt es in der Branche. Vor allem deshalb, weil Firmengründer Hugo Mischek, der nach erheblichen Verlusten in den Vorjahren im April 2002 wieder das Ruder übernahm, bereits 76 Jahre ist.

Probleme bekam Mischek durch ein fehlgeschlagenes Internet-Abenteuer, relativ hohe Kosten und die Krise am Wohnbau. 2001/02 lag der Jahresfehlbetrag bei über 20 Mio. Euro. Nun soll das Betriebsergebnis zwar wieder ausgeglichen sein, doch die Verbindlichkeiten (hauptsächlich bei der BA-CA) betragen nach wie vor 150 Mio. Euro. Franz Zwickl, Ex-BA-CA-Vorstand und Aufsichtsratschef bei Mischek sagte zum STANDARD, die BA-CA habe keine Kreditverzichte gewährt. Der Umsatz schwankte zuletzt zwischen 120 und 150 Mio. Euro.

Sschrittweise auf bis zu 100 Prozent erhöhen

Sofern die Kartellbehörden zustimmen, wird die Strabag zunächst mit 51 Prozent einsteigen und dann schrittweise auf bis zu 100 Prozent erhöhen, sagte Strabag-Vorstand Wolfgang Merkinger. Die Marke Mischek bleibt bestehen.

Mischek geht es im Wesentlichen um die Auslastung des Fertigteilbauwerks in Gerasdorf und die Finanzierung des Bauträgergeschäfts. Für den Hochbaubereich der Strabag sei der Fertigteilsystembau Mischeks eine interessante Ergänzung, meinte Merkinger. Die Strabag hat kein Fertigteilwerk in Österreich. Der Konzern könnte damit "seine Wohnbauaktivitäten ergänzen, ohne neue Kapazitäten am Markt zu schaffen".

Mischek errichtet jährlich 800 Wohnungen in Fertigteilbauweise, von denen ein Teil über die eigenen Bauträgergesellschaften vermarktet wird, der Rest wird für Dritte gebaut oder in Arbeitsgemeinschaften abgewickelt. Mit dem Konsolidierungskurs war ein deutlicher Personalabbau (derzeit 300 in der AG) verbunden. (Claudia Ruff, Der Standard, Printausgabe, 02.04.2004)

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