Fondsprüfer für eigenständigen FWF

6. April 2004, 19:45
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Gewerblichen FFF fusionieren oder deutlich aufstocken, Politik raus

Wien - Eine klare Absage, den Wissenschaftsfonds FWF mit anderen Forschungsfördereinrichtungen zu fusionieren, erteilen die Evaluatoren in ihrem nun vorliegenden Rohbericht. Als Nischenplayer habe der FWF exzellente Arbeit in der Grundlagenforschung geleistet. Nun sollte er an die geänderten Rahmenbedingungen angepasst werden und neue Aufgaben übernehmen, etwa die Lücke zwischen Anwendungs- und Grundlagenforschung schließen.

Dafür brauche der FWF natürlich mehr Geld. Wie viel, sagte Technopolis-Direktor Erik Arnold, der Sprecher des aus Technopolis, Wifo, Joanneum Research, Universiteit Twente und der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich bestehenden Konsortiums, am Donnerstag nicht.

quot;Breitere Innovationsagentur"

Anders beim gewerblichen FFF. Dieser sollte schon in einen "breitere Innovationsagentur" gemerged werden. Die geplante Zusammenführung mit Technologieimpulse Gesellschaft (TIG), Büro für internationale Technologiekooperationen (BIT) und Austrian Space Agency (ASA), könnte eine Option sein, um dem Ziel, die Förderlandschaft Österreichs zu homogenisieren, heißt es. Er könnte aber auch solo bleiben, müsste dann aber expandieren.

In ihren rund 120 Seiten umfassenden Bericht loben die Fondsprüfer die beiden Fördertöpfe ausdrücklich für Effizienz und Qualität. Für neue Herausforderungen seien sie aber nicht gerüstet. Kritik gibt es an den Strukturen, in die die Fonds eingebettet sind. So gebe es in Wirtschafts-, Infrastruktur- und Bildungsministerium eine Reihe von Programmen, die mit den Fonds nicht abgestimmt seien.

Regierung kritisiert

Auch Organe wie FWF-Delegiertenversammlung und FFF-Präsidium entsprächen den Anforderungen nicht (mehr). Dass die Sozialpartner im FFF sitzen, klinge zwar "demokratisch", letztlich würden aber dieselben Leute über die Mittelvergabe entscheiden, die davon profitierten. Selbiges gelte für die Universitätsprofessoren im FWF.

Ihr Fett bekommt auch die Regierung ab: Die Fondsprüfer vermissen eine "verbindliche Forschungs- und Innovationsstrategie". In diesem Sinne sollten FFF und FFF in eine Agentur umgebaut werden. Nicht, um politischen Einfluss zu sichern - "der ist immer schlecht" -, sondern um selbständig Strategien zu Umsetzung der politischen Linien entwickeln und Leistungsverträge abschließen zu können. Denn das Geld käme einmal vom Steuerzahler, sagt Arnold. (Luise Ungerboeck, Der Standard, Printausgabe, 02.04.2004)

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