Sonnenstrahlung birgt doppeltes Krebsrisiko

6. April 2004, 15:25
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Auch UVA-Strahlung schädigt Hautzellen

Washington - Bisher galt, dass in der ultravioletten Strahlung der Sonne vor allem der kurzwellige B-Anteil (UVB) gefährlich ist. Er kann Sonnenbrand verursachen, was die DNA in den oberen Hautschichten schädigt und zu Hautkrebs führen kann. Neueste Forschungsergebnisse australischer Forscher um Gary Halliday vom Melanom- und Hautkrebs-Forschungsinstitut der Universität Sydney, publiziert in den Proceedings of the National Academy of Sciences, lassen jetzt jedoch den Schluss zu, dass auch der UVA-Anteil an der Bildung von Hautkrebs beteiligt ist.

Da die langwelligen UVA-Strahlen tiefer in die Haut eindringen, verursachen sie zwar keinen Sonnenbrand, doch sie beschleunigen das Altern der Haut, da sie die "keratinozyte Zellschicht", wo Stammzellen durch eine kontinuierliche Zellerneuerung für die Regeneration der Haut sorgen, nachhaltig schädigen.

Schlüsselrolle

Nach Ansicht der Forscher reichen diese Schädigungen aus, um jene Zellen, die von den tieferen in die äußeren Hautschichten wandern, hoch anfällig für Krebs zu machen. Demnach käme der UVA-Strahlung sogar eine Schlüsselrolle bei Hautkrebs zu: Die Forscher untersuchten das Tumorgewebe von Patienten, die entweder an einem Plattenepithelkarzinom oder an "aktinischer Keratose", einer Vorstufe des Hautkrebs, erkrankt waren, und fanden bei allen weitaus stärkere Schädigungen der keratinozyten Zellschicht durch UVA- als durch UVB-Strahlen. Beim Kauf von Sonnencremes sollte daher vorsorglich auf einen UVA-Filter geachtet werden. Auch Sonnenbänke in Solarstudien arbeiten überwiegend mit UVA-Strahlen in hoher Konzentration.

Dass auch UVA Krebs auslösen kann, wurde bisher lediglich vermutet. Dabei ging man jedoch davon aus, dass durch UVA-Strahlen auf der Haut Freie Radikale entstehen, deren Aktivitäten zu einer Schädigung der DNA führen und damit Hautkrebs verursachen können. Doch bereits im Herbst des Vorjahres hatte ein Forscherteam um Roy Sanders von der britischen Forschungsorganisation Raft im Journal of Investigative Dermatology darüber berichtet, dass auch Sonnencremes mit UVA-Filter die Bildung schädlicher Freier Radikale auf der Haut nicht verhindern. (grote, DER STANDARD, Print, 2.4.2004)

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