Bull-Chef mitten in Sanierungsphase gestorben - Neue Führung

8. April 2004, 08:53
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Verwaltungsratsmitglied übernimmt Vorstandsvorsitz

Inmitten einer schwierigen Sanierungsphase seines Konzerns ist der Chef des französischen Server-Herstellers Bull, Pierre Bonelli, überraschend gestorben. Bonelli (64) stehe für zwei Jahre operative Sanierung und für den am Mittwoch vorgelegten Plan zur Rekapitalisierung, erklärte Bull am Donnerstag in Paris. Zum neuen Konzernchef solle das Verwaltungsratsmitglied Didier Pinault-Valencienne am 25. Mai aufrücken. Bis dahin werde sein Kollege Gervais Pelissier die Geschäfte kommissarisch führen.

Fehlbetrag von 548 Mio. Euro

Bonelli war im Dezember 2001 an die Spitze des notleidenden Elektronikkonzerns berufen worden. Pinault-Valencienne wird sich bis zur Verwaltungsratssitzung im Mai um die Ausstattung von Bull mit frischem Kapital kümmern. Am Mittwoch hatte Bull die Rückkehr in die Gewinnzone gemeldet. Nach einem Fehlbetrag von 548 Mio. Euro sei 2003 ein Überschuss von 4,1 Mio. Euro erzielt worden. Der Umsatz sank 2003 von 1,51 Mrd. auf 1,26 Mrd. Euro.

Prüfung

Brüssel prüft eine staatliche Restrukturierungshilfe von 517 Mio. Euro (samt Zinsen), für die Bull von 2005 an acht Jahre lang 23,5 Prozent seines Vorsteuergewinns an die Staatskasse abführen soll. Am Mittwoch hatte Bull sich optimistisch gezeigt, dass die EU-Kommission die Hilfe akzeptiert. Brüssel verlangt allerdings, dass Bull zuvor die 2001 und 2002 gewährte staatliche Rettungsbeihilfe von 450 Mio. Euro zurückzahlt, und hat deswegen Frankreich vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. (APA)

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