OMV: Halten uns an "40-Groschen-Bandbreite"

5. April 2004, 09:19
1 Posting

Konzern will beim Gipfel "mehr Licht in die Sache bringen" - Heimische Spritpreise 2 Cent über EU-Schnitt

Wien - Die OMV verweist mit Blick auf den Benzinpreisgipfel nächste Woche auf eine ohnehin geltende freiwillige Verpflichtung, wonach sie die Spritpreise in Österreich vor Steuer nicht mehr als 40 Groschen - also heute umgerechnet 2,9 Cent - über den EU-Durchschnitt angehoben werden sollen. "Das ist ein 'Gentlemen-Agreement', an das wir uns nach wie vor halten", sagte ein Sprecher des Konzerns am Donnerstag auf APA-Anfrage.

Diese Vereinbarung - genannt "40-Groschen-Bandbreite" - hatte der damalige OMV-Chef Richard Schenz Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) schon im Jahr 2000 unverbindlich und unbefristet zugesagt. Die anderen Mineralölkonzerne - allen voran BP und Shell - waren damals gegen die Zusage, halten sich aber wie die OMV seither mehr oder weniger an die Vereinbarung.

Über EU-Schnitt

Am Montag lagen die heimischen Spritpreise vor Steuern sowohl bei Benzin als auch bei Diesel im Durchschnitt exakt 2 Cent über dem EU-Durchschnitt und damit innerhalb der Bandbreite, geht aus dem regelmäßigen Spritpreisvergleich der EU-Kommission hervor, die das Wirtschaftsministerium wöchentlich veröffentlicht. Ein Liter Super kostete demnach in Österreich zu Wochenbeginn netto durchschnittlich 0,334 Euro, der heimische Literpreis für Diesel lag bei 0,332 Euro. Im EU-Schnitt kostete der Liter Eurosuper diese Woche 0,314 Euro, der Liter Diesel 0,312 Euro netto.

Brutto - also nach Berücksichtigung der Steuer - sind Benzin und Diesel jedoch nach wie vor deutlich billiger als im EU-Durchschnitt. Eurosuper war an den heimischen Zapfsäulen mit 0,910 Euro um 16,6 Cent billiger als im EU-Mittel, Diesel mit 0,771 Euro um 9,5 Cent.

Tankfüllung um drei Euro teurer

Dennoch: Seit Jahresbeginn sind die Treibstoffpreise laut Beobachtung des Wirtschaftsministeriums um bis 5,5 Cent je Liter teurer geworden. Bei einer Tankfüllung von 60 Litern bedeutet das immerhin eine stolze Preiserhöhung um 3,3 Euro oder rund 8 Prozent.

Die OMV begründet diesen Anstieg mit den verteuerten Rohstoffkosten für Rohöl und für allem für die fertigen Produkte am Markt in Rotterdam. Im Gipfel sieht die OMV "eine Möglichkeit mit Experten die internationalen Zusammenhänge zu diskutieren und damit mehr Licht in die Sache zu bringen", sagte der Sprecher.

US-Benzinpreise auf 18-Jahreshoch

Am Treibstoffmarkt in New York sind die Benzin-Preise am Mittwoch nach einem Brand in einer der größten US-Raffinerien - auf ein 18-Jahreshoch gestiegen. Der Brand und die Kürzung der Ölförderung durch die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hatten Sorgen genährt, dass die US-Raffinerien die hohe Spritnachfrage zur Ferienzeit nicht bedienen könnte. Eine Gallone Benzin zur Lieferung im April verteuerte sich nachbörslich um bis zu 1,8 Prozent auf 1,1775 Dollar (0,9633 Euro). Das war der höchste Preis seit mindestens 1986.

Der Ölpreis ist unterdessen am Donnerstag (bis 13 Uhr MEZ) leicht gesunken. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent sank in London um 8 Cent auf 31,43 Dollar und in New York ist die Sorte US Light Crude mit 35,26 Dollar je Fass um 50 Cent billiger geworden. (APA)

Share if you care.