Anspruchsvolle Hütten: Leistungsschau des ORF

12. April 2004, 19:22
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Küniglberg muss dem Nationalrat auflisten, ob er öffentlich-rechtlich genug war

Die Frist mag mit Bedacht gewählt sein: Bis zum 1. April jedes Jahres muss der ORF dem Nationalrat penibel auflisten, ob er im vorigen öffentlich-rechtlich genug war. Erwartetes Ergebnis: tut er.

Anspruchsvolles Programm im Hauptabend, jedenfalls "in der Regel", schreibt das ORF- Gesetz vor. 68 Prozent von ORF 1 und ORF 2 zwischen 20 und 22 Uhr entsprachen der Vorgabe, heißt es im Bericht.

Alles eine Frage der Definition: Darunter fallen etwa Spielfilme, Serien und Unterhaltung, "deren Gestaltung (z.B. hinsichtlich Darsteller, Regie, Buch) allgemeine Anerkennung gefunden hat".

Alle Sendungen aus Information, Kultur und Wissenschaft gelten den Autoren ohnehin unbesehen unter "anspruchsvoll". Information ist ihnen ein weites Feld: Neben den üblichen Verdächtigen von "ZiB" bis "Eco" fallen darunter zum Beispiel auch die "breit angelegte Vorabendillustrierte" "Willkommen Österreich" und eine zehnteilige Serie mit dem schönen Titel "Harrys liabste Hütten", in der Herr Prünster am Sonntagnachmittag Wanderwege vorstellte. Natürlich auch eine Form von Information.

Unter Kultur fallen selbstverständlich gleich zwei Abschiedsauftritte von ORF-Publikumsrat Fritz Muliar in den Kammerspielen oder Mehrteiler wie "Trenck - Zwei Herzen gegen die Krone" oder "Eine Liebe in Afrika".

Die Nachrichten hatten gegenüber 2003 etwas weniger Sendezeit, ebenso Kunst, Theater, E-Musik, Wissenschaft und Bildung aber auch Filme und Serien in der Kategorie "Spannung" sowie U- Musik. Mehr bekamen Unterhaltung, Quiz/Show, Lebenshilfe Religion, E-Film und Magazine/Diskussionen. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 2.4.2004)

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