Polizeibürokratie verursachte Wartezeiten im Melde- und Pass-Service

9. April 2004, 10:34
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Polizisten verrechnen seit 1. April Zulagen online - Server zwischenzeitlich überlastet

Österreichs Polizisten können seit Donnerstag (1. April), Gefahrenzulagen oder Nachtdienstgelder online verrechnen. Was eine Vereinfachung für die Gesetzeshüter und weniger Papierkram bedeutet, verursachte beim Start des Systems längere Wartezeiten im Melde- und Pass-Service. Denn beides läuft aus Sicherheitsgründen über den selben Server des Innenministeriums. Das Problem, das seit dem Vormittag aufgetreten sei, habe man durch die Installierung eines zusätzlichen Arbeitsspeichers aber rasch gelöst, hieß es aus dem Ministerium.

Aufregend

In Wien gab es zwischenzeitlich gehörige Aufregung: Bei An- und Ummeldungen sowie Passabholungen sei es teilweise zu deutlichen Verzögerungen gekommen. Im Rathaus wurde versichert, dass technische Probleme im Innenministerium dafür verantwortlich seien. Demnach geben seit März 32.000 Polizisten ihre Überstunden-Aufzeichnungen über dasselbe Portal und denselben Server ein, wie er für das Zentrale Melderegister verwendet wird. Laut einer Aussendung des Büros der zuständigen Stadträtin Renate Brauner (S) hat die Stadt Wien beim Ministerium für eine "rascheste Behebung" der Probleme interveniert. Schwierig sei die Situation deswegen, weil viele Wiener, die einen Pass beantragt haben, bereits am Wochenende ihren Osterurlaub antreten wollen.

Urlaub

Weil auch viele Exekutivbeamte über Ostern auf Urlaub sind, gab es beim Anlaufen des Systems mehr Zugriffe als die Techniker erwartet hatten: Alle wollten rechtzeitig ihre Daten eingeben. Dazu kamen österreichweit mehr Anfragen als sonst wegen Passangelegenheiten bei den zuständigen Ämtern - ebenfalls wegen der bevorstehenden Ferien. Durch die große Anzahl von Zugriffen auf dasselbe Portal erhöhte sich die Wartezeit im Computersystem des Melde- und Pass-Services von sonst etwa zehn Sekunden auf den Spitzenwert von rund einer Minute, erläuterte Innenministeriumssprecher Rudolf Gollia. Ein zusätzlicher Arbeitsspeicher habe das Problem rasch gelöst.

Viren

Verzögerungen, die zuvor in den vergangenen Tagen oder Wochen aufgetreten seien, hätten nichts mit internen technischen Schwierigkeiten zu tun gehabt, so Gollia. Sie seien Folgen weltweiter Virenattacken gewesen. (APA)

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