Falk Richters "Electronic City" bei Salzburger Festspielen

7. April 2004, 12:09
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Statt "Hamlet" beim Young Directors Project

Salzburg - Falk Richters Stück "Electronic City", das derzeit mit großem Erfolg an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen läuft, wird im Rahmen des Young Directors Project bei den Salzburger Festspielen präsentiert: Gezeigt wird eine Inszenierung des chilenischen Regisseurs Luis Ureta mit der Compania La Puerta aus Santiago de Chile. Sie ersetzt die ursprünglich geplante "Hamlet"-Aufführung des finnischen Ryhmäteatteri, die aus dispositionellen Gründen nicht realisiert werden kann, so die Festspiele am Donnerstag in einer Aussendung.

Mit "Electronic City" (5. und 6. August, jeweils 20.00 Uhr im republic) knüpft das Schauspielprogramm an die Eröffnungspremiere dieses Sommers an, die den Autor Falk Richter als Regisseur von Tschechows "Möwe" vorstellt: Die Besucher erhalten somit die Möglichkeit, Richter in seinen beiden künstlerischen Disziplinen kennen zu lernen. "Electronic City" ist das jüngste Werk aus Richters Feder und wurde im Oktober 2003 am Schauspielhaus Bochum uraufgeführt. Die chilenische Premiere durch Luis Ureta erfolgte im Rahmen des Festivals europäischer Gegenwartsdramatik in Santiago de Chile; sie wird für das Young Directors Project überarbeitet und in Kooperation mit dem Goethe-Institut Santiago de Chile in Salzburg gespielt.

Luis Ureta, geboren 1967, hat seit 1991 bereits über zwanzig Inszenierungen erarbeitet, vorwiegend Stücke zeitgenössischer Dramatiker, zum Beispiel Peter Handkes "Publikumsbeschimpfung" oder René Polleschs "Heidi Hoh arbeitet nicht mehr". Die von Ureta geleitete Compania La Puerta wurde 2002 mit dem begehrten "Premio Nacional de Teatro" des chilenischen Kritikerzirkels für ihre Gesamtleistung in den letzten zehn Jahren ausgezeichnet.

Neues von "Jedermann"

Neues gibt es auch aus dem "Jedermann"-Ensemble zu vermelden: In diesem Sommer wird Rudolf Wessely den Armen Nachbarn und Gott den Herrn auf dem Domplatz spielen. Rudolf Wessely, der den Armen Nachbarn bereits in den Jahren 1983 bis 1989 gestaltete, zählt zu den unangefochtenen Größen des deutschsprachigen Theaters. Über viele Jahre gehörte er zum Ensemble der Münchner Kammerspiele, gegenwärtig tritt er vor allem am Bayerischen Staatsschauspiel auf. (APA)

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