Maus ein Stück vermenschlicht

1. April 2004, 20:00
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Forscher: Maus dadurch zu einem perfekten Modellorganismus geworden

Bellinzona - Sieben Wissenschaftern des Institutes für Biomedizinische Forschung (IRB) in Bellinzona in der Schweiz ist es gelungen, das menschliche Immunsystem in den Körper einer Maus zu verlegen. 15 Jahre lang hatten dies Forscher aus aller Welt vergeblich versucht. Der Durchbruch klappte mit menschlichen Stammzellen, die dem Blut der Nabelschnur entnommen wurden. Diese Stammzellen wurden anschließend in die Leber einer neugeborenen Maus transplantiert.

"Wir haben die richtigen Zellen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort injiziert", erklärte Projektleiter Markus Manz das Erfolgsgeheimnis am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Bellinzona. Der 36-jährige Stuttgarter, der seit Jänner 2002 am IRB forscht, schildert die Ergebnisse seiner Arbeit in der am Freitag erscheinenden April-Ausgabe der Fachzeitschrift "Science".

Wirksamere Forschung erhofft

Durch ihre Experimente sei die Maus zu einem perfekten Modell für die Forschung geworden, sagte Manz. Wurde das Versuchstier bei Experimenten mit einer Krankheit infiziert, bildete das Immunsystem Antikörper wie bei einem Menschen. Auch auf Impfungen reagierte es wie der Mensch.

Die Wissenschafter hoffen, dank dieser Transplantation künftig die Reaktionen des menschlichen Immunsystems bei Viruserkrankungen wie beispielsweise Aids oder Hepatitis C effizienter erforschen zu können. Vor allem die Wirkungen von Medikamenten und Impfstoffen könnten besser beobachtet werden. (APA/sda)

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