"Gegen Luxemburg offensiver"

1. April 2004, 18:57
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Teamchef Krank hebt Positives aus dem Spiel in Bratislava hervor, Negatives wird zumindest öffentlich unter den Tisch gekehrt

Wien/Preßburg - Österreichs Fußball-Auswahl ist auch im dritten Jahr unter Teamchef Hans Krankl ungeschlagen in die Länderspiel-Saison gestartet. Nach dem 2:0 gegen die Slowakei 2002 und dem 2:2 gegen Griechenland jeweils in Graz gab es am Mittwoch mit dem 1:1 in Preßburg neuerlich ein Remis. "Im ersten Spiel nach der langen Winterpause hätten wir eine Niederlage nicht verdient. Das Unentschieden ist okay. Die Leistung kann man mit dem ersten Treffen mit den Slowaken nicht vergleichen", resümierte der ÖFB-Teamchef in seiner Nachbetrachtung.

Fehler werden intern besprochen

Er hatte sich noch am späten Vorabend und am frühen Donnerstag die wichtigsten Szenen auf Video angesehen und gab sich im Gegensatz zu seinem ersten Kommentar nach Spielende doch etwas kritischer. Dass zu Beginn nicht alles klaglos laufen würde, wäre ihm auf Grund einiger Ausfälle klar gewesen. "Wir müssen uns verbessern, besonders im spielerischen Bereich", sagte Krankl, der vor allem das Positive herausstrich und das Negative den Journalisten und der Öffentlichkeit überlässt. Er stelle sich immer vor die Mannschaft, die Fehler würden intern besprochen.

Kettenreaktion aus Passivität

Als Pluspunkte führte er an: "Die Mannschaft hat über 90 Minuten eine sehr gute Einstellung gezeigt, ist lange taktisch gut gestanden, hat die Räume eng gemacht, nie aufgegeben und bis zum Schluss gezeigt, dass sie den Ausgleich will." Gleich mehrmals hat der Wiener das Verlusttor im TV studiert. "Da waren wir nicht aggressiv, es waren mit Dospel, Schopp, Scharner, Hieblinger, Pogatetz und Stranzl gleich mehrere beteiligt." Es sei eine Kettenreaktion aus Passivität gewesen, Keeper Mandl habe am allerwenigsten Schuld gehabt.

"Kriminell schlechter Rasen"

Dem Konter in der 64. Minute beim Stand von 0:1, als drei Österreicher einem Slowaken gegenüberstanden, trauerte Krankl auch noch am Tag danach nach. Scharner hätte steiler auf Haas spielen müssen, dann wäre er alleine gewesen oder hätte dem besser postierten Schopp auflegen müssen. "Leider hat sich auf dem kriminell schlechten Rasen wieder einmal der Ball versprungen", so der Teamchef, der viele Fehler auf das holprige Terrain zurückführte.

Kollmann "im Stile eines Torjägers"

Besondere Freude kam dafür nach dem Ausgleich seines "Jokers" Kollmann auf. "Das hat er im Stile eines Torjägers gemacht, schon die Ballannahme war riesig," meinte der einstige Goleador. "Ich habe mir gedacht, bevor das Spiel aus ist, haue ich drauf", erzählte der GAK-Stürmer, nachdem er mit seinem schwächeren rechten Fuß getroffen hatte. Seinen neuen Kapitän Ivanschitz, der nach den Achillessehnen-Problemen noch Trainingsrückstand aufweist und daher nie ins Spiel kam, nahm Krankl in Schutz.

Ivanschitz, der Inbegriff der neuen Generation

"Da muss er durch", sprach Krankl dem Rapidler Mut zu. Dass diesem als Spielführer eine Last aufgebürdet wurde, glaubt er nicht. Er sieht Ivanschitz als Repräsentanten und Inbegriff der neuen Generation, begründete der Teamchef nochmals seine Entscheidung, dem "Kai Pflaume aller österreichischen Mütter" die Schleife gegeben zu haben. Außerdem besitze er viele Kapitäne, sie sich im Spiel zu Wort melden. Er meinte damit Schopp, Ehmann, Stranzl oder eventuell Kirchler.

Mit mehr Druck gegen Luxemburg

Für die nächsten zwei Testspiele für die im Herbst beginnende WM-Qualifikation hat sich Krankl schon eine grobe Marschroute vorgegeben. "Gegen Luxemburg probieren wir es offensiver, mit mehr Druck. Da wollen wir mehr Tore erzielen und uns auf Aserbaidschan einstimmen." Gegen die Russen soll hingegen die Taktik angewandt werden, die er für England und Polen plant. (APA/red)

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ÖFB

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    Viel Arbeit wartet auf Österreichs Teamchef Hans Krankl.

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