Kontoabstimmung zwischen den Banken

8. April 2004, 08:56
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SmartStream erwartet sich hohe Nachfrage

"Je höher das Geschäftsvolumen ist, desto höher ist das Risiko, dass etwas passiert", sagt Roman Harbich, General Manager von SmartStream Technologies. SmartStream hat sich darauf spezialisiert, Finanzinstituten Softwarelösungen zur Reduktion ihrer operativen Risken anzubieten. Und zwar bei der Kontoabstimmung innerhalb einer Bank oder auch zwischen Partnerbanken. Allein in Österreich gibt es geschätzte fünf Millionen Transaktionen zwischen den Banken.

Corona

"Unsere Software vergleicht dabei die Erwartungshaltung mit dem, was wirklich passiert", erklärt Harbich. Die Software - das Produkt heißt Corona und wurde auch in Wien entwickelt - liefert dabei eine "holistische", also gesamtheitliche Sicht eines Vorganges. Und zwar egal, wie viele Abteilungen eines Instituts die Transaktion durchwandern muss, bis sie am Ende als Gut- oder Lastschriftzeile auf dem Kontoauszug des Kunden aufscheint.

Über 1400 Banken in 101 Ländern haben Corona im Einsatz, so Harbich. Auch in Österreich sind die wichtigsten Finanzinstitute Kunden. Durch die Expansion nach Osteuropa erwartet sich Harbich weiteres Geschäft. "Da wird es zu einer Ausweitung des Wertpapierbereichs, zum Beispiel bei den Pensionsfonds, kommen. Dafür braucht es auch konsolidierte Überprüfung."

TLMPA

Im Wertpapiersektor soll nach den Vorstellungen von SmartStream künftig besonders das neue Produkt TLMPA (Transaction Lifecycle Management Process Automation) eingesetzt werden. In einem Projekt bei JPMorgan, einem der größten Finanzhäuser weltweit, wird derzeit TLMPA dafür implementiert, um Fehler, die später zu Reklamationen und Korrekturbuchungen führen würden, schon am Ort des Geschehens zu entdecken.

Die in Privatbesitz befindliche SmartStream, deren "Wurzeln" in Österreich bei der ehemaligen CA-Tochter Management Data liegen, hat seine Zentrale in London. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 450 Mitarbeiter, davon 110 in Österreich. Ein Börsengang - in London - wird derzeit angedacht.(Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe vom 1.4.2004)

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