Frankophonie am Volkstheater-Plafond

7. April 2004, 12:09
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"Frauen.Schreiben. Stücke" von 3. bis 5. Mai: Zehnte Tage des französischsprachigen Theaters in Wien

Wien - Die zehnten Tage des französischsprachigen Theaters in Wien stehen ganz im Zeichen weiblicher Autoren. Unter dem Motto "Frauen.Schreiben.Stücke" werden von 3. bis 5. Mai an neuem Ort - erstmals am Volkstheater-Plafond - in deutschsprachigen szenischen Lesungen Werke von Denise Chalem, Pauline Sales und Carole Frechette präsentiert. Für die Veranstaltungen konnten wieder bekannte Volkstheater-Schauspieler, u. a. Toni Böhm, Julia Cencig oder Anna Franziska Srna, gewonnen werden, sagte Veranstalter Heinz Schwarzinger am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Autorinnen seien in der zehnjährigen Geschichte der interkulturellen Veranstaltung des französischen Kulturinstituts bisher zu kurz gekommen, so Schwarzinger. Dies soll mit den zwei französischen und der kanadischen Autorinnen aus drei Generationen zum runden Jubiläum geändert werden. Alle drei sind bei den Veranstaltungen in Wien anwesend, werden vor den deutschsprachigen Lesungen in eigenen Porträts präsentiert und tragen dabei auf Französisch aus den eigenen Werken vor. Am 4. Mai gibt es einen Round Table mit allen drei Autorinnen.

Versuch, Pforten zu öffnen

Chalem (Jahrgang 1952) wird "Dis a ma fille que je pars en voyage" ("Sag meiner Kleinen, ich bin auf Reisen") präsentieren, von Sales (Jahrgang 1969) wird "Le Groenland" ("Grönland") vorgestellt. In der dreitägigen Übersetzerwerkstatt, die wie in den vergangenen Jahren im Institut francais angesiedelt ist, wird Frechettes "Les sept jours de Simon Labrosse" ("Die sieben Tage des Simon Labrosse") als Grundlage für eine kollektive Übersetzung dienen. Das Stück der 1949 geborenen Kanadierin macht, unter Hinzunahme der gemeinsam übersetzten Teile, auch den Abschluss der Veranstaltung.

Allein aus Gründen des frankophonen Namens sei der Plafond des Volkstheaters geradezu prädestiniert für die Lesungen, so Volkstheater-Generalsekretär Alfred Schleppnik. Schwarzinger habe einen "richtigen Fanclub" unter den Volkstheater-Schauspielern, wodurch es ihm gelingt, "an ganz andere Gagenniveaus gewöhnte" Akteure für seine Veranstaltung zu gewinnen. Das Festival ist "der Versuch, Pforten zu öffnen" und etwa für die französischsprachigen Autoren szenische Inszenierungen in Wien zu ermöglichen. Schwarzinger betont: "Es ist für das Publikum beglückend, in die Phase der Entdeckung eingebunden zu sein". (APA)

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