Zypern-Türken: "Griechen haben Maske fallen lassen"

2. April 2004, 16:02
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Obmann des Vereins der Freunde von Nordzypern in Österreich": "Besser eine schlechte Lösung als gar keine"

Wien - "Die griechische Seite hat ihre Maske fallen lassen." So kommentierte Küfi Seydali, Obmann des "Vereins der Freunde von Nordzypern" in Österreich, den Ausgang der Zypern-Verhandlungen in der Schweiz, die hauptsächlich am Widerstand der griechisch-zypriotischen Delegation gescheitert waren. "Früher hat man immer die Türken beschuldigt, keine Lösung zu wollen, aber jetzt wissen wir, wer in Wirklichkeit keine Lösung will", meinte Seydali am Donnerstag gegenüber der APA.

Das für 24. April in beiden Teilen der Insel vorgesehene Referendum werde wahrscheinlich im griechischen Teil scheitern, sagte Seydali. Im türkischen Nordteil rechnet er mit etwa 55 Prozent Zustimmung. Seydali wies daraufhin, dass viele türkische Zyprioten des Embargos überdrüssig seien und auch von den Vorteilen einer EU-Mitgliedschaft profitieren wollten. Dazu sei auch die Türkei im Hinblick auf ihre eigenen EU-Ambitionen an einer Lösung des Zypern-Problems interessiert.

"Besser eine schlechte Lösung als gar keine", meinte Seydali. Zur ablehnenden Haltung des 80-jährigen türkischen Volksgruppenführers Rauf Denktas gegenüber dem Plan von UNO-Generalsekretär Kofi Annan meinte er, dies werde den Wiedervereinigungsprozess kaum noch beeinflussen. Bezüglich der seit 1974 angesiedelten Anatolier in Nordzypern, deren Ausweisung die griechische Seite fordert, betonte Seydali, diese Menschen lebten seit 25, 30 Jahren auf Zypern. Sie hätten ein Recht auf die zypriotische Staatsbürgerschaft, ebenso wie jene Türken, die seit Jahrzehnten etwa in Österreich leben.

Laut Seydali beträgt die Zahl der türkischen Zyprioten, die bereits vor 1974 im Lande lebten, etwa 120.000. Nach der Militärintervention seien etwa 60.000 bis 70.000 zugewandert. Die Zahl der Neuzuwanderer, die erst in den letzten Jahren gekommen seien, betrage "einige Tausend".

Zur Kritik der griechischen Seite an der im neuen Annan-Plan festgeschriebenen Präsenz türkischer Truppen im Nordteil meinte Seydali, dies sei für die türkischen Zyprioten eine "Garantie" dafür, dass sich dort der Ereignisse der 60-er Jahre nicht mehr wiederholen. Damals war es zu blutigen Übergriffen auf die türkische Volksgruppe auf Zypern gekommen und die UNO musste Friedenstruppen entsenden. (APA)

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