Software sucht "Bilderdiebe"

8. April 2004, 13:38
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Wer lizenzpflichtige Bilder ins Internet stellt, möchte für diese auch kassieren.

Gelegenheit macht bekanntlich Diebe. Und das Internet bietet viele Gelegenheiten, sich großzügig und weitgehend unbemerkt an Inhalten oder Bildern auf die, sagen wir einmal "nicht ganz legale" Weise zu vergreifen. Eine Tatsache, die vor allem professionelle Fotografen und Bildagenturen, die ihre "Ware" ins Netz stellen, ärgert. Denn ihnen entgehen dadurch nicht unbeträchtliche Lizenzeinnahmen.

15 bis 20 Prozent illegal

Rund 15 bis 20 Prozent aller kommerziellen Bilder werden nach Schätzung von Hervé Dias im Web illegitim verwendet. Dias ist Leiter des auf visuelle Kommunikation und digitale Bildverarbeitung spezialisierten Canon-Forschungszentrums CRF im bretonischen Rennes. Im CRF wird nach Möglichkeiten gesucht, den Urheberrechtsschutz von Bilddateien im Internet zu verbessern. Die bis dato unter dem Arbeitstitel "Copyright Protection for Professional Photographers" gefundene Lösung beschränkt sich vorläufig darauf, die unrechtmäßige Verwendung von digitalen Bildern bei bereits bekannten Kunden von Bildagenturen zu verfolgen. In der Bilddatei wird dabei ein digitales Wasserzeichen, auf dem das Copyright und die vom Kunden bereits erworbenen Nutzungsrechte vermerkt sind, angebracht. Selbst farblich veränderte Bilder oder Ausschnitte können laut Dias so in einem schnellen Suchdurchlauf aufgestöbert werden.

Derzeit läuft ein sechsmonatiger Feldversuch bei Bildagenturen sowie den französischen Nationalmuseen. Dias zufolge könnte die Lösung bereits 2005 auf den Markt kommen

JPEG2000

Ein anderer Bereich, an dem die 70 CRF-Forscher arbeiten, sind Lösungen für das neue Internetgrafikformat JPEG2000. Der neue Grafikstandard ermöglicht es, dass ein und dieselbe Bilddatei in verschiedenen Auflösungen angezeigt werden kann. Die Software, die von Canon derzeit entwickelt wird, erkennt, auf welches Endgerät - zum Beispiel PDA, Notebook oder Smartphone - eine JPEG2000-Bilddatei vom Web geladen werden soll, und passt die Auflösung automatisch an. Wann diese Lösung als ausgereiftes Produkt auf den Markt kommt, steht noch nicht fest.(Karin Tzschentke/DER STANDARD, Printausgabe vom 1.4.2004)

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