Tischtennis: Schlager/Jindrak um Olympia-Ticket

2. April 2004, 22:23
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Europa-Turnier in Ludwigshafen bietet einzige Quali-Chance für Doppel - Jindrak: "Wird wie eine EM"

Ludwigshafen - Für Tischtennis-Doppel-Ass Karl Jindrak entscheidet sich am Wochenende, ob er in Athen zum dritten Mal an Olympischen Spielen teilnimmt. Anders als im Einzel kann man sich im Doppel nur über ein Turnier für den Saison-Höhepunkt qualifizieren, dieses findet für Europa ab Freitag in Ludwigshafen statt. Pro Geschlecht lösen zumindest fünf Paare das Olympia-Ticket. Für Österreich treten Werner Schlager/Jindrak, Robert Gardos/Kostadin Lengerov, Liu Jia/Veronika Heine und Li Qian Bing/Martina Petzner an.

"Modus ungerecht"

Die Aufgabe, in das elitäre Quintett zu kommen, ist äußerst schwierig. Dessen ist sich Jindrak bewusst: "Es wird wie eine EM. Ich finde den Modus ungerecht. Werner und ich sind Nummer eins und haben daraus keinen Vorteil, aber da müssen wir uns durchkämpfen." Die gemeinsam zehnfachen Grand-Prix-Turnier-Sieger sind bereits am Mittwoch angereist, um im ersten Match die rund 700 Kilometer lange Anreise per Auto nicht mehr in den Beinen zu haben. Der Rest des ÖTTV-Teams folgte den beiden am Donnerstag.

Nachwuchs im Hause Jindrak

Schlager/Jindrak holten auch aus der Vorbereitung das ihnen Mögliche heraus. Nach der Team-WM in Doha nahmen sie das intensive Doppel-Training auf, zu dem ansonsten wegen des Einzels kaum Zeit bleibt. "Wir haben uns wirklich reingekniet, auch von den Stellungen her etwas Neues probiert", erklärte Jindrak. Der 31-Jährige könnte übrigens bei einer erfolgreichen Qualifikation ein kleines familiäres Problem bekommen, da die Geburt seines zweiten Kindes für Ende Juli terminisiert ist. Kurz darauf wäre die Abreise nach Athen.

Drei bis vier Erfolge nötig

Das Spielsystem in Ludwigshafen sieht vorerst zwei unabhängige Raster vor, mit vier Siegen en suite gewinnt man dieses Tableau und ist damit bei Olympia. Da bei den Herren nur 31 Paare genannt haben, könnte es sein, dass Schlager/Jindrak als Nummer-eins-Paarung mit einem Freilos beginnen, damit wären nur drei Erfolge nötig. Alle anderen Teams spielen in einer zweiten Quali-Phase zwei weitere Olympia-Fahrkarten aus. In einer dritten Phase wird das fünfte, sowie als Ersatz das sechste und siebente Duo ermittelt.

Diese Ersatz-Doppel könnten durchaus zum Zug kommen. Vier Herren- und fünf Damen-Teams haben die Qualifikation ja schon geschafft, da beide Spieler die Einzel-Quali schon in der Tasche haben. Je nachdem, wie viele Doppel nun dazu kommen, in denen Spieler mit bereits erfolgreicher Einzel-Qualifkation stehen, werden noch zusätzliche Quali-Plätze frei.

Li hofft auf Staatsbürgerschaft

Bei den Damen nimmt Heine den Platz der an Handgelenk-Problemen leidenden Judit Herczig an der Seite von Liu Jia ein. Sollten sich Li/Petzner qualifizieren, stünde hinter deren Antreten in Athen noch ein Fragezeichen. Denn noch ist Li keine Österreicherin. Die Aussichten sind aber gut, dass die seit 2002 bei Linz-Froschberg spielende Chinesin in nächster Zeit die Staatsbürgerschaft erhält. Nur unter dieser Voraussetzung gab der Österreichische Verband (ÖTTV) sein Okay zum Ludwigshafen-Auftritt von Li. (APA)

Zeitplan Doppel-Olympia-Quali und Setzung ÖTTV-Teams/Ludwigshafen:

Freitag ab 17:00 Uhr, Samstag und Sonntag ab 9:30 Herren (31). Schlager/Jindrak (1), Gardos/Lengerov (18); Damen (26): Liu/Heine (14), Li/Petzner (19)

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