Genvarianten verdoppeln Anfälligkeit für Autismus

6. April 2004, 15:25
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Studienleiter: Klare Hinweise auf eine erbliche Veranlagung

New York - Amerikanische Wissenschafter haben zwei Genvarianten entdeckt, die die Anfälligkeit für Autismus verdoppeln können. Die Forscher des New Yorker Klinikums Mount Sinai untersuchten die Erbinformationen von 411 Familien und fanden heraus, dass Verwandte mit zwei Genvarianten häufiger Autismus entwickelten als in der Vergleichsgruppe. Die Studie gebe klare Hinweise auf eine erbliche Veranlagung für Autismus, erklärte Projektleiter Joseph Buxbaum. Jedoch seien weitere Untersuchungen notwendig.

Den Erkenntnissen zufolge kommen die Genvarianten häufig beim Menschen vor und sind nicht allein für die Entwicklung von Autismus verantwortlich. Möglicherweise müssten fünf bis zehn Gene zusammen spielen, um die Entwicklungsstörung auszulösen. Wissenschafter hoffen, mit Hilfe der Genforschung Behandlungsmöglichkeiten für Autismus entwickeln zu können.

Autismus ist eine schwere Entwicklungsstörung, die meist bis zum dritten Lebensjahr manifest wird und auch im höheren Alter anhält. Autistische Menschen kapseln sich von ihrer Umwelt ab und können nur eingeschränkt kommunizieren. Oft können sie nicht sprechen. Bei der Entwicklung von Autismus könnten auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Die Studie der New Yorker Wissenschafter erscheint in der April-Ausgabe des American Journal of Psychiatry. (APA/AP)

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