Denktas lehnt UNO-Plan endgültig ab

2. April 2004, 16:02
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Trotz Änderungen zugunsten des türkischen Zypern-Teils

Nikosia - Der Volksgruppenführer der Türken auf Zypern, Rauf Denktas, hat am Donnerstag die endgültige Fassung des UNO-Plans zur Wiedervereinigung der Insel abgelehnt. Der Plan von Generalsekretär Kofi Annan sei in einigen Punkten zugunsten der Zypern-Türken geändert worden, in seiner Gesamtheit aber nicht annehmbar, sagte Denktas laut türkisch-zypriotischer Nachrichtenagentur TAK. Der Präsident der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern (KKTC) stand Annans Bemühungen zur Wiedervereinigung der Insel von Anfang an ablehnend gegenüber.

Eigene Meinung "unwichtig"

"Im Moment sehe ich nichts, um Ja zu dem Plan zu sagen", erklärte der 80-Jährige. Es sei aber nicht wichtig, ob er Ja oder Nein sage. Wichtig sei, wie sich das Volk entscheiden werde. Welches Ergebnis bei den für den 24. April angesetzten Volksabstimmungen herauskommen werde, könne er nicht sagen.

Allerdings räumte Denktas ein, dass es "auf jeden Fall Änderungen zu unseren Gunsten" in dem von UNO-Generalsekretär Kofi Annan vorgelegten Plan gegeben habe und das "unter schwierigen Bedingungen". Denktas, an dem der Annan-Plan vor ziemlich genau einem Jahr in Den Haag gescheitert war, hatte an den Verhandlungen bei Luzern nicht teilgenommen. An seiner Stelle war eine Delegation unter dem türkisch-zypriotischen Ministerpräsidenten Mehmet Ali Talat angereist.

Die Vertreter der türkischen und griechischen Volksgruppe Zyperns sowie Griechenlands und der Türkei hatten sich zuvor nach einwöchigen Verhandlungen in der Schweiz ohne Einigung getrennt. UNO-Generalsekretär Annan entschied daraufhin, seinen Plan zur Wiedervereinigung der geteilten Insel am 24. April der Bevölkerung der Insel zur Abstimmung vorzulegen.

Die griechische Seite warf der UNO vor, den türkischen Zyprioten und der Türkei zu viele Konzessionen gemacht zu haben. (APA/AFP/dpa)

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