Großrazzia gegen türkische Extremisten

2. April 2004, 10:57
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41 Personen mit linksextremistischen Hintergrund in fünf europäischen Ländern festgenommen

Rom - Die internationale Großrazzia, die am Donnerstag in Italien die Zerschlagung einer türkischen Extremistenzelle mit Stützpunkt in der mittelitalienischen Stadt Perugia ermöglicht hat, führte zu 41 Festnahmen in fünf verschiedenen Ländern: Italien, Türkei, Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Dies berichtete nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA der Sprecher des türkischen Innenministeriums Ibrahim Saracoglu. Demnach sind 25 Festgenommene türkische Staatsbürger.

Die Verdächtigen sind Mitglieder der linksextremistischen türkischen Terrororganisation DHKP-C, die auf einer von der EU verfassten "Schwarzen Liste" verbotener Organisationen eingetragen ist. Die Großrazzia sei dank der Informationen der von den türkischen Sicherheitsdiensten gesammelten Informationen in die Wege geleitet worden. In Belgien sei eine Türkin, Fehriye Erdal, festgenommen worden, die wegen ihrer Verwicklung in einige Morde gesucht wurde.

Zu den drei Italienern, die im Rahmen der Großrazzia in Perugia verhaftet wurden, zählt der linksextremistische Aktivist Moreno Pasquinelli, dem Verbindungen zur türkischen Organisation vorgeworfen werden. Pasquinelli hatte in den achtziger Jahren die marxistische "Revolutionäre Arbeitnehmergruppe" gegründet.

Anti-Amerikanische Einstellung

Der italienische Innenminister Giuseppe Pisanu lobte den Einsatz der Polizei bei der Großrazzia. Erst vor wenigen Tagen hatte er vor der Gefahr enger Verstrickungen zwischen Fundamentalistengruppen und linksextremistischen Untergrundorganisationen in Italien gewarnt. "Sie sind durch die gemeinsame anti-amerikanische Einstellung verbunden", so der Innenminister. (APA)

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