Barrierenreiche Banken-Websites

8. April 2004, 13:26
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Nutzung für Behinderte oft schwer

E-Banking - Bankgeschäften via Internet - könnte für blinde und behinderte Menschen eine große Erleichterung darstellen, da es ihnen den oft mühsamen Weg in eine Bankfiliale erspart. Wie eine Studie der Innovationsagentur "defrag your mind" jetzt aufzeigt, sind aber auch beim Online-Gang in die Bank unzählige Hürden zu überwinden. "Keine von der uns untersuchten zehn Websites aus Österreich, Deutschland und der Schweiz verdient das Attribut ,barrierefrei'", stellte Geschäftsführer Robert Scheidl fest.

Nur mit Bildern

"Manche Seiten erlauben eine Navigation nur mit Bildern, ohne die Hinterlegung von Alternativtexten, arbeiten mit schlecht wahrnehmbaren Kontrasten wie dunkelrot auf grün oder bieten zu kleine Icons zum Anklicken, was besonders für motorisch behinderte Menschen ein Problem ist", nennt defrag-Mitarbeiterin Petra Seebacher nur einige der Handicaps. Dabei ließen sich viele der aufgezeigten Mängel ohne großen Aufwand beseitigen.

Gedanken

Dies bestätigt auch Erico Zeyen, Geschäftsführer des Berufsbildungs- und Forschungszentrums für Blinde und Sehbehinderte. "Der größte Aufwand bei der Gestaltung einer nutzerfreundlichen Website für blinde und behinderte Menschen besteht darin, dass sich die Unternehmen die Zeit nehmen müssten, sich einmal Gedanken darüber zu machen was Barrierefreiheit ist." Beratung und Unterstützung dazu bietet etwa web-barrierefrei, Teil der EU-geförderten Entwicklungspartnerschaft sensitec.

"Nur ein Bruchteil der österreichischen Unternehmens-Websites sind barrierefrei"

Doch nicht nur bei Banken hapert es. "Nur ein Bruchteil der österreichischen Unternehmens-Websites sind barrierefrei", weiß Scheidl und gibt zu bedenken, dass viele Firmen sich damit auch einer nicht unerkleckliche Zahl an Kunden verschließen. (kat, DER STANDARD Printausgabe, 1. April 2004)

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