Radeln zu Kaisers Wassermühlen

8. April 2004, 12:47
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Eine neue Radroute führt zu historischen Gewässerstätten

Wien - Erstmals erwähnt wurden die kaiserlichen Mühlen im Donaustrom 1674. Genau 330 Jahre später schwimmen Kaisers Mühlen schon lange nicht mehr im Wasser, auch wenn ein Bezirksteil ihnen nach wie vor seinen Namen verdankt. Das Gewässer ist vom Strom abgeschnitten und kann daher umradelt werden.

Am 31. März 2004 schaute dann wieder einmal ein Kaiser in Kaisermühlen vorbei, der Franz Karl heißt. Wenn auch nur der Bezirkskaiser von Donaustadt, sein Nachname lautet Effenberg. Es galt, die Route um die Alte Donau eröffnend zu erradeln, der Bürgermeister kam und strampelte auf einem roten Rad der Marke "City Line" los - die Umweltstadträtin bekam eines der Marke "Sparta" in die Hand gedrückt.

Alte Gewässer

Die weitere Strecke der neuen Radroute wurde vorerst nur per Prospekt erkundet - insgesamt 17 Kilometer ist sie lang, die Route, und führt immer den Gewässern nach bis hin zum Nationalpark Lobau. Sei es nun Alte Donau oder das Mühlwasser, das Tischwasser oder die Alte Naufahrt, an denen die Schilder vorbei geleiten - alle zusammen geben dieser Radroute ihren Namen: "Wiener Wasserwege".

Das Besondere an dieser Strecke sind allerdings die Stationen, die zu kurzen Pausen und zum Stillen des physischen- und auch des Wissensdurstes einladen. In durchaus lustvoller Art und Weise - etwa bei der Station Gänsehäufel, wo unter dem Titel "Badefreuden" die Geschichte der historischen Nackerbatzln erzählt wird.

Dieses Berichten findet zum Teil über originale Tondokumente statt - in der Lobau beispielsweise spricht Konrad Lorenz über Notwendigkeit und Nutzen von Nationalparken. Oder an der Alten Donau, wo Hans Hass über seine ersten Tauchversuche in diesem Gewässer berichtet.

"Waidentunnel"

Bei der Station "Eissäger" wird gezeigt, wo früher die Eisblöcke für die Brauereien geschnitten wurden. Am "Waidentunnel" wird demonstriert, wie gut sich diese Baumart als Baumaterial eignet.

20 derartige Stationen sind bereits fertig - die restlichen sollen im Laufe des Jahres fertig gestellt werden.

Naturgemäß ist auch der Sport an diesen Orten Thema - mit einer "Wimpelparade" aller Ruder- und Segelvereine an der Unteren Alten Donau. Bei der Station "Der österreichische Rudersport hat in Wien begonnen" kann man auch seine eigene Regatta rudern und bekommt die entsprechenden Befehle dazu.

Bevor man dann wieder am Radl das Wadl stählt. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD Printausgabe 1.4.2004)

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