IHS-Studie: Steuerreform erhöht Investments nur wenig

20. September 2004, 12:48
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KöSt-Senkung rettet nur Teil der Auslandsinvestitionen - Reform verstärkt Eigenkapital

Wien - Die Senkung der Körperschaftssteuer von 34 auf 25 Prozent im Zuge der Steuerreform 2005 rettet im Wettbewerb mit Österreichs Hauptkonkurrenten nur einen Teil der Auslandsinvestitionen, errechnete das IHS (Institut für Höhere Studien) in einer Studie über die Auswirkungen der Steuerreform.

Im Jahr 2003 zog Österreich im Wettbewerb mit der Slo- wakei, Polen, Tschechien, Ungarn, Slowenien sowie Deutschland und Italien einen Anteil von 12,5 Prozent aller direkten Auslandsinvestitionen an. Am attraktivsten waren die Slowakei und Polen, die jeweils 17 Prozent de Gesamtkuchens von rund 68 Mrd. Euro an Land zogen. Am schwächsten schnitt Italien ab, das nur 3,4 Prozent dieser ausländischen Investitionen ins Land bringen konnte.

Steuersenkung kostet 900 Millionen

Würde die KöSt gleich bleiben, ergab die IHS-Rechnung, würde Österreich fast zwei Prozent Anteil (1,3 Mrd. Euro) an andere Länder mit günstigeren Steuersätzen verlieren. Durch die jetzige KöSt-Senkung erwartet IHS-Chef Felderer, dass nur etwa ein Prozent verloren geht, ein angenommenes Volumen von rund 650 Mio. € (ein Viertelprozent des BIP), während sich die Steuersenkung im Budget mit 900 Mio. Euro niederschlägt. "Aus meiner Sicht ist die KöSt-Senkung zu gering ausgefallen", kommentierte Felderer.

Der jeweilige Steuersatz sei zwar unter den Top-fünf-Gründen für Investitionen, aber stehe nicht an der Spitze. Andere Aspekte wie Qualifikation von Mitarbeitern, Forschung und Infrastruktur würden für eine Entscheidung teils wichtiger sein als der Steuersatz. Die IHS-Studie beruht auf einer Wahrscheinlichkeitsrechnung all dieser Faktoren, darunter der Steuersatz. Das IHS errechnete auch die Effekte der seit Anfang 2004 geltenden begünstigten Besteuerung von nicht entnommenen Gewinnen.

Mehr Eigenkapitalbildung

Die Ersparnisse würde in erster Linie zur Eigenkapitalbildung beitragen und nur zu einem sehr geringen Teil zu Investitionen herangezogen werden, sagte Felderer. Dies habe jedoch langfristig positive Effekte, da Unternehmen mit stärkerer Eigenkapitalbasis risikofreudiger agieren würden und so das allgemeine Wirtschaftswachstum beleben. Auch die Ersparnis der KöSt-Senkung würde in erster Linie dazu dienen, Kredit abzubauen und Eigenmittel zu stärken, prognostizierte Felderer. (DER STANDARD Printausgabe, 1.4.2004, spu)

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