Khol äußert Verständnis für Gusenbauers Annäherung an FPÖ

4. April 2004, 12:39
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Nationalratspräsident: "Schüssel hat den gordischen Knoten zerschlagen" - Kritik an Gudenus junior

Wien - Verständnis für die Strategie von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer im Umgang mit der FPÖ äußert Nationalratspräsident Andreas Khol im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". An den Aussagen jenes FPÖ-Funktionärs, der im Zusammenhang mit dem Einbürgerungsrekord 2003 von "Umvolkung" gesprochen hatte, übt Khol dagegen deutliche Kritik.

"Ich verstehe Gusenbauer. Die Ausgrenzungspolitik von Vranitzky lag ja nicht nur im Grundsätzlichen begründet, sondern hatte auch das taktische Ziel, die Kanzlerschaft langfristig für die SPÖ zu sichern. Schüssel hat diesen gordischen Knoten zerschlagen, indem er eine Koalition mit der FPÖ einging. Gusenbauer, der ja selbst regieren will, hat einfach nur die Konsequenzen gezogen und versucht nun seinerseits, den gordischen Knoten zu durchschlagen. Allerdings hat ihn die eigene Partei bis jetzt daran gehindert, den Weg zu Ende zu gehen", wird Khol zitiert.

Umvolkung "nicht angebracht"

Die Diktion von Johann Gudenus (F), der angesichts des neuen Einbürgerungsrekordes von "Umvolkung" gesprochen hatte, "ist für einen demokratischen Politiker nicht angebracht, und das gilt auch für den Inhalt. Das Wort 'Umvolkung' sollte man - wie andere Begriffe aus der NS-Diktion auch - am besten aus seinem Vokabular streichen", sagt Khol. (APA)

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    Andreas Khol: "Gusenbauer, der ja selbst regieren will, hat einfach nur die Konsequenzen gezogen"

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