Oberösterreich: Drei Fälle von Legionärskrankheit

1. April 2004, 19:57
1 Posting

Arzt: Patienten sind außer Lebensgefahr - "Whirlpool-Ausstellung" war möglicher Ansteckungsherd

Wien - In Oberösterreich sind drei Fälle von "Legionärskrankheit" (Legionellose) aufgetreten. Das gab das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen am frühen Mittwochnachmittag bekannt. Bei der Legionärskrankheit handelt es sich um eine bakterielle Lungenentzündung, die auf übliche Antibiotikadosierungen meist nicht anspricht.

Bei den drei Patienten handelt es sich um Männer aus Oberösterreich im Alter von 42 bis 64 Jahren. Alle drei bereits außer Lebensgefahr, schilderte der Mediziner Franz Allerberger von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) am Mittwochnachmittag.

Patienten hatten Glück

Die "Legionärskrankheit" sei mit einer sehr aggressiv verlaufenden Lungenentzündung vergleichbar: "Die Betroffenen klagen meist über Atembeschwerden und Husten. Oft sind sie in einem sehr schlechten Allgemeinzustand", erklärte Allerberger. Je früher dann die ärztliche Hilfe einsetze, desto höher seien auch die Überlebenschancen. In den nun vorliegenden Fällen sei dies "eben sehr rasch passiert, was sicher entscheidend war".

51 Infektionen im letzten Jahr

Im Vorjahr habe es in Österreich insgesamt 51 Krankheitsfälle gegeben, dass heißt "die jetzige Häufung von drei Fällen in nur einer Woche, sei doch sehr auffällig gewesen". Daher sind vom Bundesministerium "genauere Untersuchungen" angeordnet worden, erläuterte Allerberger.

Whirlpools sind idealer Nährboden

Alle drei Patienten haben bei einer Befragung angegeben, dass sie fast zur gleichen Zeit eine "Whirlpool-Ausstellung" auf der Energiesparmesse in Wels besucht hätten. "Und genau aus diesem Grund vermuten wir auch dort den Ansteckungsherd. Whirlpools zum Beispiel sind ein idealer Nährboden für die so genannten Legionellen, da sich dort warmes Wasser mit Luft zum Schäumen vermischt und Legionellen Temperaturen von bis zu 52 Grad Celsius überstehen." Die eigentliche Infektion in der Lunge passiere "durch eingeatmete Wassertröpfchen", erklärte der Gesundheitsmediziner.

Das Problem bei der Behandlung sei vor allem, dass eine "übliche Antibiotikadosierungen meist nicht greift und der Einsatz einer "sehr hohe Dosis" notwendig sei, so Allerberger. (red/APA)

Share if you care.